Wat mengs du ? – Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen

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Dieses alte afrikanische Sprichwort erinnert uns daran, dass ein Kind um sich eine ganze Gemeinschaft braucht, damit es aufwachsen und sich entfalten kann. Carla Carvalho, Vorsitzende der Nationalen Elternvertretung, fragt sich in letzter Zeit immer häufiger, was heute noch von diesem Dorf übrig ist, und ruft zum Engagement aller zum Wohle der Kinder auf.

Wenn ich mich mit Lehrkräften, Erzieher*innen oder Eltern unterhalte, kommen fast alle zu derselben Feststellung: Die Begleitung von Kindern scheint heute viel komplexer zu sein als früher. Die Bedürfnisse sind vielfältig und die Lebensumstände sehr unterschiedlich. Nehmen wir zum Beispiel die Debatte um die schulische Inklusion. Es gibt zahlreiche Diskussionen und die Erwartungen sind manchmal gegensätzlich. Es gibt diejenigen, die dafür sind, und diejenigen, die der Meinung sind, dass es zu kompliziert geworden ist. Was, wenn die eigentliche Debatte ganz woanders liegt?

Inklusion kann, wie jedes andere Thema, das Kinder betrifft, nicht allein auf den Schultern der Lehrkräfte, Erzieher*innen oder politischer Entscheidungen lasten. Sie ist eine kollektive Verantwortung. Natürlich geben politische Entscheidungen den Rahmen vor, und ich muss sagen, dass es diesem oft an Flexibilität mangelt, um Kinder unter Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse zu begleiten. Er ist nicht reaktionsfähig genug, um der Realität der Kinder und ihrer Familien gerecht zu werden.

Wie in vielen anderen Bereichen investieren wir mehr in die Schadensbehebung als in die Prävention. Wir warten, bis Situationen kritisch werden, bevor wir handeln, obwohl eine frühzeitige Begleitung oft viel Leid verhindern könnte. Allzu oft finden wir uns in der Rolle der Feuerwehr wieder…

"Was die Dinge voranbringt, ist der Wille, nicht nur über die Werte zu sprechen, die uns eigentlich verbinden sollen, sondern sie im Alltag zu leben."

Carla Carvalho

Prävention und Sensibilisierung sollten in unserer Gesellschaft einen weitaus wichtigeren Stellenwert einnehmen. Eltern sollten bereits ab dem frühesten Kindesalter begleitet werden. Bei Schwierigkeiten sollte es Hilfe vor Ort geben: wohlwollende Menschen, die ein offenes Ohr haben, damit sich Familien angesichts bestimmter Realitäten weniger hilflos fühlen. Ich glaube, wir vergessen allzu oft, dass sich hinter Begriffen, die durch ständiges Hören fast schon banal geworden sind – wie zum Beispiel "Inklusion" –, Kinder und Familien verbergen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als voll und ganz Teil unserer Gesellschaft zu sein. Kinder und Familien mit denselben Rechten, denselben Bedürfnissen und denselben Wünschen wie jeder von uns.

Was ist also unsere Rolle in all dem? Jeden Tag haben wir die Wahl. Wir können Teil des Problems sein oder uns entscheiden, Teil der Lösung zu sein. Natürlich ist das komplex. Aber mit dem Finger auf die Schwierigkeiten zu zeigen, lässt sie nicht verschwinden. Was die Dinge voranbringt, ist der Wille, nicht nur über die Werte zu sprechen, die uns eigentlich verbinden sollen, sondern sie im Alltag zu leben. Es bedeutet, sich bewusst zu sein, dass wir Vorbilder für die Kinder in unserem Umfeld sind. Es bedeutet zu wissen, dass die Aufgabe zwar schwierig sein mag, dass aber gemeinsam Hindernisse überwunden werden können.

Was wäre, wenn wir gemeinsam beschließen würden, wohlwollendere und einfühlsamere Menschen zu werden – Menschen, die bereit sind, zu verstehen, anstatt zu urteilen? Das wird nicht alle Probleme lösen. Aber es wird ein wenig Milde bringen. Und ich glaube, genau das fehlt uns heute am meisten.

Ja, es ist schwer, ein Kind zu erziehen. Vielleicht braucht es deshalb ein ganzes Dorf. Und was wäre, wenn dieses Dorf, von dem das afrikanische Sprichwort spricht, kein Ort wäre, sondern eine Art, andere zu betrachten und sich jeden Tag dafür zu entscheiden, ihnen einen Platz einzuräumen?

Über die Autorin

  • Carla Carvalho ist Sozialpädagogin und leitet eine Kinderbetreuungseinrichtung im Süden des Landes.

    Seit zwei Amtszeiten ist sie in der nationalen Elternvertretung aktiv. Aktuell bekleidet sie das Amt der Vorsitzenden. Mit diesem Engagement setzt sie sich aktiv für Chancengleichheit ein und bemüht sich, die Interessen der Kinder, der Familien und der Bildungsgemeinschaft zu vertreten.

    Zudem ist sie Mitautorin des Kinderbuchs Du bass besonneg – Dem Pit seng Welt.