Abends am Küchentisch: Hausaufgaben zwischen Anspruch und Alltag

Von Christian BlockLex Kleren

Das Bildungsministerium hat die Hausaufgabenregeln präzisiert. Alles klar also? Nicht ganz. Eltern berichten weiterhin von Überlastung, die Hausaufgabenhilfe in der Maison Relais bleibt eine Aufsicht und die versprochene Reform lässt auf sich warten.

Um 18.30 Uhr holen Alex und Luca ihre Tochter Emilia in der Maison Relais ab. Um sieben Uhr sind sie zuhause. Doch der Tag ist für die 8-Jährige noch nicht vorbei. Denn die Schülerin des Cycle 3 ist noch nicht ganz mit den Hausaufgaben fertig. Für die Familie heißt das: Am Ende eines langen Tages müssen sich alle, Eltern und Kind, noch einmal konzentrieren und die Hefte rausholen.

Das Fallbeispiel ist fiktiv - die Situation für viele Familien jedoch nicht. Ende 2025 löste genau diese Belastung eine öffentliche Debatte aus. Doch obwohl das Bildungsministerium die Regeln erneut präzisiert hat, berichten Eltern weiterhin von Überforderung.

Im März hat das Bildungsministerium die Hausaufgabenregeln nach Gesprächen mit Grundschuldirektor*innen, Lehrergewerkschaften und Elternvertretung in der "Circulaire de printemps" präzisiert (siehe Infobox). "Inhaltlich gesehen ist es keine Revolution", bemerkt Joëlle Damé, Lehrerin und Vorsitzende des Syndikats Erzéiung a Wëssenschaft des OGBL. Das Rundschreiben fasse alle bestehenden Regeln zusammen. Doch alle Beteiligten sind sich einig: Gelegentliche "Reminder" sind nicht verkehrt.

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