Adoption für Alleinerziehende: ein endloser Rechtsstreit

Von Camille FratiLex Kleren Für Originaltext auf Französisch umschalten

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte Luxemburg 2007, weil es alleinstehenden Frauen die Volladoption verbot. Doch 15 Jahre später hat sich die Gesetzgebung noch immer nicht geändert.

Alte Gesetze bergen immer einige Überraschungen, Artikel, deren Zweck veraltet oder rückwärtsgewandt geworden ist. In Luxemburg wurde es Frauen erst 1973 gesetzlich erlaubt, ein Bankkonto ohne ihren Ehemann zu eröffnen, 1978 konnten sie eine ungewollte Schwangerschaft beenden, ohne strafrechtlich verfolgt zu werden und 2016 wurde die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern gesetzlich geahndet. Und dann gibt es noch die Gesetzesartikel, die vor aller Augen fortbestehen. So wie das Adoptionsgesetz, das in seiner Fassung von 1989 verheirateten Paaren die Möglichkeit vorbehielt, ein Kind voll und ganz zu adoptieren.

Doch die Beharrlichkeit von Jeanne Wagner, deren Name lange Zeit in den Fluren des Familienministeriums herumgeisterte, war nicht zu unterschätzen. Im Jahr 1995 war Wagner 28 Jahre alt und leitete die Schritte ein, um ein Kind zu adoptieren. „Es mag seltsam klingen, aber seit ich ein kleines Mädchen war, wollte ich Kinder adoptieren“, erzählt die lebhafte Frau, die heute Großmutter ist, „das war schon immer mein Traum“. Die junge Frau wandte sich zunächst an das Rote Kreuz, „das mich unter dem Vorwand, dass ich nicht verheiratet sei, ablehnte“, und dann an den Verein Luxemburg-Peru. Mit der Unterstützung der luxemburgischen Honorarkonsulin in Peru, Haydée Fischbach, erhielt sie grünes Licht aus Peru und packte ihre Koffer, um ein dreijähriges Mädchen abzuholen. „Einige Tage vor meiner Abreise kontaktierte das Familienministerium Frau Fischbach und verbot ihr, mich ausreisen zu lassen und mir ein Kind anzuvertrauen. Man hat ihr sogar gesagt, dass ihr eine Gefängnisstrafe drohe!“

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