1 cm in Leichter Sprache - Folge 3: Der Weg durch das Inklusions-Atelier

Von Lëtzebuerger Journal

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Dieser Podcast heißt 1cm. Das heißt: ein Zentimeter. Manchmal macht ein kleiner Unterschied sehr viel aus. Zum Beispiel mehr Pausen.

Hallo und willkommen zu einem neuen Teil von 1cm.

In den letzten Teilen haben wir gehört:

Der 1. Arbeits-Markt ist oft nicht gut für Personen mit einer Beeinträchtigung.

Ein paar Personen machen sich deshalb selbst-ständig.

Selbst-ständig heißt: man ist sein eigener Chef.

Andere finden ihren Arbeits-Platz in einem Inklusions-Atelier.

In diesem Teil schauen wir uns 2 Inklusions-Ateliers an.

Das ist die APEMH und die Ligue HMC.

In diesem Text sagen wir ab jetzt nur noch Atelier.

Was ist ein Atelier?

Ein Atelier ist ein Arbeits-Platz.

Der offizielle Name auf Französisch heißt: Atelier d'inclusion professionnelle.

Hier können Personen mit einer Beeinträchtigung arbeiten.

Die Arbeit ist angepasst an die Person mit einer Beeinträchtigung.

Das heißt: was kann die Person gut?

Was kann die Person nicht so gut?

Es gibt mehr Hilfe als auf dem 1. Arbeitsmarkt.

"Ich bin froh darüber, was ich erreicht habe."

David Mira

Wichtig zu wissen: Das ist eine richtige Arbeit.

Die Personen haben einen richtigen Kontrakt.

Sie bekommen einen richtigen Lohn (Pai).

Sie machen richtige Produkte.

Zum Beispiel:

Möbel, Keramik, Schokolade oder Essen für eine Kantine.

David Mira

David

David ist 45 Jahre alt.

Er arbeitet als Koch bei der APEMH.

Das ist ein Atelier im Land Luxemburg.

David ist mit seiner Beeinträchtigung auf die Welt gekommen.

Er hat viele Jahre auf dem 1. Arbeits-Markt gearbeitet.

22 Jahre lang hat er beim Land Luxemburg gearbeitet.

Dann wollte er etwas Neues versuchen.

David erzählt, wie er zur APEMH gekommen ist.

David sagt: Er hat 22 Jahre lang beim Land Luxemburg gearbeitet.

Dann wollte er in einer Küche arbeiten.

Das macht er sehr gerne.

Er hat ein Praktikum (Stage) bei der APEMH gemacht.

Zuerst in der Küche, dann in der Bäckerei.

Er hat sich für die Küche entschieden.

Davids Schulzeit

David erzählt von seiner Schulzeit.

Das war nicht immer einfach.

David sagt: Jede Person mit einer Beeinträchtigung muss Hilfe bekommen.

Er fühlt sich wie ein Arbeiter, wie jeder andere auch.

Laura Letsch

Die APEMH

Die APEMH hat Ateliers in

  • Lampech,
  • Betten,
  • Housen,
  • und in Beetebuerg.

Laura Letsch ist verantwortlich für die Küchen von der APEMH:

  • in Lampech,
  • und in Betten.

Laura erklärt, was die APEMH macht.

Laura sagt: Seit 2004 haben die Mitarbeiter einen festen Arbeits-Kontrakt.

Sie bekommen einen Lohn (Pai).

Sie arbeiten wie jeder andere Arbeiter auch.

Laura erklärt auch, warum manche Personen lieber im Atelier bleiben.

Laura sagt:

Der Schritt auf den 1. Arbeits-Markt braucht viel Vorbereitung.

Im Atelier haben die Personen viele Freunde und Kollegen.

Auf dem 1. Arbeits-Markt sind sie oft die einzige Person mit einer Beeinträchtigung.

Dann können die Personen sich alleine fühlen.

Ausbildung bei der APEMH

Die APEMH bietet auch eine Ausbildung an.

Junge Erwachsene mit einer Beeinträchtigung können hier lernen.

Die Ausbildung dauert zwischen 3 und 5 Jahren.

Am Ende können sie einen Arbeits-Kontrakt bei der APEMH bekommen.

Laura erklärt, wie diese Ausbildung geht.

Laura sagt: Die jungen Personen probieren verschiedene Ateliers aus.

Sie schauen, was ihre Stärken sind.

Was ihnen Freude macht.

Am Ende bekommen viele einen Arbeits-Kontrakt.

Die Ligue HMC

Die Ligue HMC ist eine weitere Organisation im Land Luxemburg.

HMC steht für Handicap Mental et Cérébral.

Das heißt: geistige und körperliche Beeinträchtigung.

Claudine Nosbusch ist Direktorin von der Ligue HMC.

Claudine erklärt, was eine intellektuelle Beeinträchtigung heißt.

Claudine sagt: Eine intellektuelle Beeinträchtigung ist keine Krankheit.

Die meisten Personen haben sie von Geburt an.

Es gibt verschiedene Ursachen.

Zum Beispiel: Genetische Ursachen wie Trisomie 21.

Oder Sauerstoff-Mangel bei der Geburt.

Die Personen haben Schwierigkeiten:
-beim Lernen,
-beim Verstehen
-oder beim Lesen und Schreiben.

Jede Person ist anders.

Die Ligue HMC bietet viele verschiedene Ateliers an.

Zum Beispiel eine Schreinerei, ein Keramik-Atelier und einen Blumen-Geschäft.

Es gibt auch eine Kantine, ein Restaurant und einen Second-Hand-Shop.

Das ist ein Geschäft, wo man alte Kleider kaufen kann.

230 Arbeiter mit Lern-Schwierigkeiten arbeiten dort.

Die Ligue HMC hat auch Wohnungen und Häuser.

90 Personen wohnen dort.

Wie es den Arbeitern im Atelier gefällt

Wir haben ein paar Arbeiter von der Ligue HMC getroffen.

Sie haben uns von ihren Erfahrungen erzählt.

Eine Person erzählt, warum sie froh ist, im Atelier zu sein.

Diese Person sagt:

Auf dem 1. Arbeits-Markt wurde sie immer wieder entlassen.

Ihre Chefin hat sie schlecht behandelt.

Dann hat sie Panik-Attacken bekommen.

Ihr Arzt hat sie bei die Ligue HMC geschickt.

Jetzt ist sie sehr froh, dort zu sein.

"Für viele Personen ist das Atelier der richtige Platz."

Max Hahn, Minister

Eine andere Person erzählt von einer schlechten Erfahrung beim Land Luxemburg.

Diese Person sagt: Sie hat beim Land Luxemburg gearbeitet.

Obwohl sie den Status hatte, gab es kein Verständnis.

Der Status ist ein offizielles Papier vom Land Luxemburg.

Das schwere Wort ist: Statut de salarié handicapé.

Mit dem Status kann man im Atelier arbeiten.

Oder auf dem 1. Arbeits-Markt.

Nach 9 Monaten wurde sie entlassen.

Weil sie einen Krankenschein vergessen hatte einzureichen.

Ihre Eltern haben dann die Ligue HMC kontaktiert.

Seit 20 Jahren arbeitet sie jetzt dort.

Eine dritte Person erzählt von einem Erlebnis im Kranken-Haus.

Diese Person sagt: Im Kranken-Haus hat jemand sie von oben bis unten angeschaut.

Er wollte sehen, ob sie eine Beeinträchtigung hat, die man sieht.

Sie sagt: Eine Beeinträchtigung sieht man nicht immer.

Manchmal ist sie im Kopf.

Was Experten sagen

Christine Zimmer ist Direktorin von Info Handicap.

Sie sagt: Die Arbeit in den Ateliers ist richtige Arbeit.

Christine sagt: Die Personen machen richtige Arbeit.

Sie kommen nicht ins Atelier um beschäftigt zu werden.

Die Personen haben Talente und können viele Sachen machen.

Sie machen sehr gute Produkte.

Auf dem 1. Arbeits-Markt gibt es ein paar Berufe nicht mehr so viel.

Diese Berufe gibt es noch in den Ateliers.

Zum Beispiel die Buch-Binderei.

Das heißt: man macht Bücher.

Oder man repariert alte Bücher.

Christine erklärt auch, was die Ateliers alles anbieten.

Christine sagt: Die Ateliers arbeiten auch mit Betrieben und dem Land Luxemburg zusammen.

Sie bieten viele Arbeiten an.

Zum Beispiel Drucken, Schokolade herstellen, alte Möbel reparieren.

Jeder kann diese Arbeiten nutzen.

Der Wechsel auf den 1. Arbeits-Markt

Verschiedene Personen im Atelier wollen irgendwann auf den 1. Arbeits-Markt wechseln.

Das ist möglich.

Aber es braucht Vorbereitung und Hilfe.

Christine Zimmer erklärt, was dabei wichtig ist.

Christine sagt: Beide Wege sind gleich wichtig.

Das Atelier und der 1. Arbeits-Markt.

Man soll zwischen beiden wechseln können.

Und wenn es auf dem 1. Arbeits-Markt nicht klappt,

soll man jederzeit zurückkehren können.

Minister Max Hahn erklärt, was geplant ist.

Um diesen Wechsel leichter zu machen.

Max Hahn sagt: Für viele Personen ist das Atelier der richtige Platz.

Und das ist gut so.

Aber es soll auch leichter werden, auf den 1. Arbeits-Markt zu wechseln.

Dafür soll es Inklusions-Assistenten geben.

Das sind Personen, die bei dem Wechsel helfen.

Sie helfen der Person mit der Beeinträchtigung.

Aber auch der Familie und dem neuen Arbeits-Platz.

Was David sich wünscht

David ist heute sehr zufrieden bei der APEMH.

Aber er hat auch Wünsche für das, was noch kommt.

David sagt: Die Personen sollen mehr Geld bekommen.

Und sie sollen Hilfe bekommen.

Zum Beispiel beim Wohnen.

Denn mit dem Mindest-Lohn ist es schwer, eine eigene Wohnung zu finden.

Was haben wir gelernt?

Ateliers sind wichtige Plätze.

Sie geben Personen eine Chance,

die auf dem 1. Arbeits-Markt keine Arbeit finden.

Die Arbeit in den Ateliers ist richtige Arbeit.

Die Personen haben Talente.

Sie brauchen nur die richtige Hilfe.

Die Chefs auf dem 1. Arbeits-Markt sollen noch besser verstehen.

Es braucht bessere Hilfe.

Man soll zwischen den Ateliers und dem 1. Arbeits-Markt gut wechseln können.

Und die Ateliers und der 1. Arbeits-Markt sollen gut zusammen-arbeiten.

Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt, der den Unterschied macht.

Manchmal ist es nur ein Zentimeter.

Nächster Teil

Im nächsten Teil schauen wir uns Betriebe an,

wo schon Personen mit Beeinträchtigung arbeiten.

Und wo es gut klappt.

Was machen sie anders?

Was können wir von ihnen lernen?

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© APEMH

Das Team von Isie

  • Rund 30 Personen haben mitgeholfen.
    Sie haben die Texte gelesen.
    Und geprüft: Ist das wirklich leicht zu verstehen?

    Das Team kommt vom Atelier Isie.
    Isie ist ein Atelier der APEMH.
    Die Personen dort sind Experten für Leichte Sprache.
    Sie haben Lernschwierigkeiten.
    Deshalb wissen sie am besten:
    Was ist leicht zu verstehen?
    Was nicht?

    Auf dem Foto seht ihr einen Teil vom Team.
    Sie kommen aus Limpach.
    Insgesamt haben Personen aus 4 Orten mitgemacht:
    Limpach, Betten, Housen und Nossbierg.

    Danke an alle!