"Teil der Lösung": Warum die Provençale auf Mitarbeiterwohnungen setzt
Von Christian Block, Misch Pautsch, Lex Kleren
Der Staat fördert Unternehmen, die ihren Beschäftigten bezahlbare Wohnungen anbieten. Doch der bürokratische Aufwand ist hoch und Forderungen nach einer steuerlichen Alternative werden laut. Dabei stellt sich auch die Frage, wie dauerhaft öffentlich bezuschusster Wohnraum tatsächlich bezahlbar bleibt.
Als wir Georges Eischen Anfang September in einem Meeting-Raum der Provençale treffen, stehen dutzende Wohnungen im nur wenige Kilometer entfernten Bonneweg leer. Und das seit Juni.
Glücklich ist der Mitinhaber des Lebensmittelgroßhandelsunternehmens, mit rund 1.700 Angestellten einer der größten Arbeitgeber im Land, über diesen Umstand nicht. Georges Eischen hofft, dass sich das in den kommenden Wochen ändern wird. Ziel ist es nämlich, die Wohnungen an Mitarbeitende des Unternehmens zu vermieten.
Die Idee, Angestellten Wohnungen zu vergeben, "schwebt schon seit zehn Jahren in unseren Köpfen", erzählt Eischen. Ausgangspunkt sei die schwierige Lage auf dem Immobilienmarkt, die vor allem jungen Menschen den Weg zu einer Unterkunft versperre. "Wer den Mindestlohn verdient oder auch 20 oder 30 Prozent mehr, für den ist es unmöglich, heute noch eine Immobilie zu erwerben." Wer hingegen mietet, kann kaum Kapital ansparen und sich etwas aufbauen. Und wer über die Grenze zieht, verliert viel Lebenszeit im Verkehr. Und das bedeutet auch: weniger Zeit für Weiterbildung oder Familie. Ein Problem, das auch nicht einfach so durch mehr Gehalt gelöst werden könne. "Wenn wir jedem Mitarbeiter 1.000 Euro mehr im Monat geben, dann würde dieser Betrieb nicht mehr existieren", sagt Eischen.
Früher sei es noch möglich gewesen, sich durch harte Arbeit etwas aufzubauen. Eischen nennt das den "deal de l'immigré". "Wir hatten Leute, die haben 100 Überstunden im Monat gemacht und sind mit zwei Gehältern nach Hause gegangen." Um dann an Wochenenden an ihrem Haus zu arbeiten. Heute funktioniere das nicht mehr. "Schon bei 38 Überstunden [im Monat] läuten die Alarmglocken."
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