„Ich habe absolut nichts gegen Ausländer“

Von Pascal Steinwachs, Mike Zenari

Fred Keup ist eine der umstrittensten Figuren der Luxemburger Politik. Bekannt wurde er im Zuge des Referendums von 2015 durch seinen Kampf gegen das Ausländerwahlrecht. Seit vergangenem Oktober sitzt der frühere Geografielehrer für die adr im Parlament.

Das Gesicht der Nein-Bewegung trägt Krawatte, ist im persönlichen Gespräch äußerst höflich und kann nicht verstehen, warum ihm immer wieder vorgeworfen wird, xenophob zu sein. Geführt wurde das Gespräch mit dem 1980 geborenen Fred Keup am Montag vergangener Woche in den Räumlichkeiten der adr-Fraktion, kurz bevor Keup, ebenso wie seine beiden Abgeordnetenkollegen Fernand Kartheiser und Jeff Engelen, in Quarantäne geschickt wurde, nachdem eine Mitarbeiterin des adr-Sekretariats positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Lëtzebuerger Journal: Sie sehen aus wie ein Biedermann, werden aber von vielen Leuten, insbesondere in der Politik, als Brandstifter betrachtet. Was sagen Sie dazu?

Fred Keup: Ich selbst kann natürlich nicht beurteilen, ob ich wie ein Biedermann aussehe, aber ich kann definitiv sagen, dass ich kein Brandstifter bin. Ich versuche auf bestehende Probleme aufmerksam zu machen, so wie ich das auch im Rahmen des Referendums getan habe, und das hat nichts mit Brandstiftung zu tun. Vielmehr trete ich für eine gesunde Debattenkultur ein, bei der ein Jeder seine Argumente vorbringen kann.

Sie wurden im Rahmen der Debatten zum Referendum von Juni 2015 als Sprecher des Nein-Lagers und als Kopf der „Initiativ Nee2015“ bekannt, die sich gegen das Ausländerwahlrecht aussprach. Dabei waren Sie sogar einmal Mitglied der „déi Lénk“. Woher der Sinneswandel?

(lacht) Ja, das stimmt. Einige Ideen der „déi Lénk“ waren mir sympathisch, was ja auch deutlich macht, dass ich so unsozial, wie ich manchmal dargestellt werde, nicht sein kann. In einem gewissen Sinne sehe ich mich als links und als sozial denkender Mensch, so dass ich diese Partei kurzzeitig mochte, was aber nicht heißt, dass ich dort zu irgendeinem Zeitpunkt aktiv werden wollte.

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