Hervorragende Datensammler oder mäßige Trainer? Wo Fitnessuhren helfen, und wo nicht

Von Sherley De DeurwaerderLex Kleren

Die Sportuhr ist vom Nischenprodukt für Leistungssportler*innen zum ständigen Begleiter am Handgelenk geworden. Wearables messen Puls, Schlaf, Stress und Pace in Echtzeit und versprechen Leistungsoptimierung für alle. Gleichzeitig dienen sie als Statussymbol und markieren Zugehörigkeit. Doch zwischen Daten, Selbstoptimierung und digitalem Ehrgeiz stellt sich eine Frage immer dringender: Kommt das eigene Körpergefühl zu kurz?

Die Frühjahrssaison der Marathons läuft auf Hochtouren: Ende April stellte Sebastian Sawe beim London Marathon einen neuen Weltrekord auf, beim ING Night Marathon in Luxemburg-Stadt gingen Mitte Mai rund 18.000 Läufer*innen an den Start, Ende Juni steht in der Großregion noch der Trierer Stadtlauf Halbmarathon vor der Tür.

Wer bei solchen Rennen genauer hinschaut, bemerkt schnell ein fast ritualisiertes Detail. Mit dem Startschuss wandert der Blick der Laufenden flüchtig ans Handgelenk. Dann setzt ein Knopfdruck die Laufuhr Millisekunden vor dem ersten Schritt in Bewegung. Mittels GPS trackt sie die gelaufenen Kilometer, Route, Tempo, Höhenmeter, während ein Pulssensor am Handgelenk die Herzfrequenz in Echtzeit erfasst. Im Ausdauersport ist man heute eher eine Ausnahme, wenn man ohne sogenannte Wearable läuft – und selbst jene, die auf die Uhr verzichten, tracken und loggen ihre Aktivitäten zumindest über Apps.

Lëtzebuerger Journal trifft am Abend vor dem Night Marathon die 29-jährige Laura Czekanowicz und ihren Großvater, Francis Schenk. Seit Jahren laufen die beiden, trotz unterschiedlicher Herangehensweisen, auf Events und Wettkämpfen oft zusammen. Francis öffnete der heutigen Triathletin und Trainerin des Ettelbrücker Laftreff Capa früh die Tür zum Laufsport. "Es gibt ein Foto, auf dem wir zusammen beim Walfer Vollekslaf waren, und 2015 liefen wir zusammen zum Tunnellaf – das waren meine ersten zehn Kilometer," erzählt Laura. Am ING Marathon nahmen die beiden dieses Jahr zwar nicht teil, waren aber an der Organisation beteiligt – und mit einem Augenzwinkern erzählt Francis dem Journal, dass ihnen von den Abbott World Marathon Majors nur noch Boston und Tokio fehlen. Im August geht es für sie nach Sydney.

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