Grundschule auf Biegen und Brechen

Von Misch Pautsch

Mit wem man auch über die Grundschule spricht – Schüler*innen, Eltern, Lehrpersonal – irgendetwas scheint zu klemmen. Die steigende Komplexität des Systems wird zunehmend zur Belastung.

Vor der kopernikanischen Wende, als noch geglaubt wurde, dass die Erde das Zentrum des Universums sei, standen die gelehrten Sternengucker vor einem Problem. Die Himmelskörper bewegten sich partout nicht, wie sie sollten. Sie machten abrupte Kehrtwenden, zogen unvorhersehbare Schleifen. Es war ein Durcheinander kosmischen Ausmaßes. Für jeden Körper mussten komplizierte Ausnahmen definiert werden und je mehr Sterne entdeckt wurden, desto erfinderischer mussten die Astronomen werden, um das geozentrische Weltbild funktionieren zu lassen. Auf Biegen und Brechen. Ganz ähnlich, sagt Georges Pfeiffenschneider, der selbst rund 30 Jahre lang Lehrer war, sei es auch in der Grundschule. Wen man auch fragt, irgendetwas scheint zu klemmen und mehr und mehr Ausnahmen werden nötig. In der Schule jedoch sind es Menschen, die stetig in neue Laufbahnen eingeordnet werden. Und die steigende Komplexität des Systems wird zunehmend zur Belastung, für Lehrpersonal, Eltern und vor allem Kinder.

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