„Den Laden zusammenhalten“

Von Pascal SteinwachsAnouk Flesch

Yves Cruchten war fast zehn Jahre lang Generalsekretär der Luxemburger Sozialisten und wollte in seiner Parteiarbeit eigentlich eine Pause einlegen. Dann übernahm er im März des vergangenen Jahres den Vorsitz der LSAP. Nun führt er seine Partei in das Superwahljahr 2023.

Ein früherer Chef der deutschen Sozialdemokraten (Franz Müntefering) bezeichnete den Vorsitz der SPD einmal als „das schönste Amt neben dem Papst“. Hierzulande hat Yves Cruchten (45) dieses Amt inne – und ist ganz zufrieden. Der Frühaufsteher, der jeden Tag um 5.00 Uhr auf den Beinen ist, dafür schon kurz nach dem „heute-journal“ ins Bett geht, ist aber auch noch LSAP-Abgeordneter (seit 2013) und Kommunalpolitiker in Käerjeng (seit 2005). Beim Gespräch mit dem Lëtzebuerger Journal am letzten Montag zeigte sich der LSAP-Vorsitzende ruhig und entspannt.

Lëtzebuerger Journal: Wie geht es Ihnen am Anfang des nun bereits zweiten Corona-Jahres?

Yves Cruchten: Eigentlich fehlt es mir an nichts. Ich bin allerdings froh, so wie wahrscheinlich jeder, wenn das Ganze eines Tages vorbei ist, da uns die Pandemie gehörig auf die Nerven geht. Die aktuelle Lage verleitet zaghaft zu Optimismus, sodass auch ich eher optimistisch bin …

Vor nicht mal einem Jahr sind Sie mit einem fast schon an Nordkorea erinnernden Wahlresultat (98,6 Prozent) zum neuen Präsidenten der LSAP gewählt worden, nachdem Francine Closener ihre Kandidatur aus privaten Gründen zurückgezogen hatte. Macht Ihnen Ihr neuer Job Spaß, nachdem Sie zuvor bereits während neun Jahren das Amt des Generalsekretärs innehatten und anschließend leiser treten wollten?

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in meiner Parteiarbeit eine Pause einzulegen, aber diese war aus den gerade erwähnten Gründen eben nicht so lange, wie ich mir das vorgestellt hatte. Den Parteivorsitz habe ich jedoch mit Überzeugung übernommen - ich mache das mit großer Freude und Engagement. Allerdings war ich gerade mal eine Woche in meiner neuen Funktion, als es mit der Corona-Pandemie losging. Das brachte mit sich, dass ich viele Sachen, die ich mir als neuer Parteipräsident vorgenommen hatte, noch nicht ausführen konnte.

Was macht übrigens Ihr Generalsekretär, vom dem man ja nicht gerade viel hört?

Ich bin schrecklich froh, dass ich Tom Jungen habe, um mir zu helfen. Dieser ist nicht nur ein guter persönlicher Freund, sondern auch ein Arbeitstier, der sich in der Partei, wie auch in seiner Gemeinde stark engagiert. Er greift mir in der alltäglichen Parteiarbeit kräftig unter die Arme. Tom macht das richtig gut …

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