Die Affäre um verunreinigte Säuglingsnahrung hat bei Verbraucher*innen zu Jahresbeginn große Verunsicherungen ausgelöst. Wie es dazu kam, welche Lektionen aus dieser Affäre zu ziehen sind und warum das Lebensmittel-Kontrollsystem aus Sicht der Opposition unzureichend ist.
Was war geschehen?
Zum Ende des Jahres 2025 und vor allem zu Beginn des Jahres 2026 haben zahlreiche Länder weltweit Babymilch-Produkte verschiedener Hersteller zurückgerufen. Betroffen waren auch Staaten wie Peru, Brasilien oder Australien.
Grund war eine Kontamination von Pulvermilch mit dem Toxin Cereulid. Allein in Luxemburg wurden laut Lebensmittel- und Veterinärbehörde ALVA zwischen dem 6. Januar und dem 12. Februar 50 Produkte aus den Regalen geholt.
Noch Mitte Februar waren auf der luxemburgischen Warn- und Informationsplattform LU-Alert drei Rückrufe für Säuglingsnahrung aktiv.
Was ist Säuglingsnahrung und wie wird sie hergestellt?
Säuglingsnahrung ist ein industriell hergestelltes Ersatzprodukt für Muttermilch, wenn Mütter ihren Nachwuchs nicht oder nicht vollständig stillen können oder wollen. Muttermilch ist für das Überleben des Babys und dessen Versorgung mit Nährstoffen unerlässlich. Künstlich erstellte Säuglingsanfangsnahrung muss dem Kind also alles liefern, was es sonst auf natürlichem Weg erhalten würde.
Als Grundlage dient in den allermeisten Fällen Kuhmilch, die so aufbereitet wird, dass sie der Zusammensetzung von Muttermilch möglichst nahekommt. Beispielsweise wird der Eiweißgehalt reduziert und der Milchzuckergehalt erhöht. Zudem setzen die Hersteller zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente bei. Und in diesem Fall auch eine kontaminierte Omega-6-Fettsäure (Arachidonsäure, oft auch ARA-Öl genannt).
Wie kam es zur Kontaminierung?
Das genaue Zustandekommen ist noch nicht geklärt. Bislang zirkuliert die Annahme, eine oder mehrere kontaminierte Chargen eines Zulieferers seien mehr oder weniger zeitgleich an mehrere in Europa ansässige Hersteller von Säuglingsnahrung geliefert worden. Im Fokus steht dabei das Unternehmen Cabio Biotech, einer der größten Hersteller dieses Öls. Das in Wuhan (China) ansässige Unternehmen hat sich Stand Mitte Februar noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.
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