Wie üblich überzieht Luxemburg als zweites Land nach Katar bereits im Februar die planetaren Grenzen. Sturm "Nils" in Frankreich und der extreme Herbstregen hier zeigen: Klimafolgen treffen Wirtschaft und Infrastruktur hart. Kluge Konsumentscheidungen und eine Verschiebung politischer Prioritäten zurück zum Klimaschutz sind nötiger denn je – denn es geht um die Sicherung unserer Zukunft.
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In Eric Carles Kinderbuch Die kleine Raupe Nimmersatt beginnt alles harmlos, wie von der Natur gewollt. Eine Raupe schlüpft aus dem Ei, wird hungrig, und frisst sich durch die Woche. Sie fängt an mit einem Apfel, aber von Tag zu Tag wird es immer mehr – typisch für eine Wachstumsphase. Aus dem Apfel werden zwei Birnen, dann drei Pflaumen, bis sie an einem Samstag gierig Kuchen, Eis, Wurst, und Käse verschlingt – ganz und gar raupenunfreundliche Nahrungsmittel. Danach kommen die Bauchschmerzen.
An Luxemburgs "Overshoot Day" war dieses Bauchweh rechnerisch bereits am 17. Februar erreicht. Würde die gesamte Weltbevölkerung so leben wie unser kleines Land, bräuchte sie zwischen sieben und acht Erden. Alle Jahre wieder ereilt uns irgendwann im Februar ebendiese Nachricht, alle Jahre wieder folgt die kurze Betroffenheit über eine Zahl, die eigentlich niemanden mehr überraschen dürfte.
Erstmal kurz zu besagtem Erdüberlastungstag: Er wird vom Global Footprint Network berechnet. Hierbei wird die Biokapazität der Erde, also das, was sie in einem Jahr regenerieren kann, durch den ökologischen Fußabdruck der Menschheit geteilt und mit 365 Tagen multipliziert. Ab diesem Datum – also jetzt seit zwei Tagen – verbrauchen wir mehr, als im selben Jahr nachwächst.
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Fußabdruck-Test in der Sekundarschule. Keines der Ergebnisse in der Klasse passte auf eine Erde. Als Jugendliche war diese Konfrontation mit dem luxemburgischen, respektiv westlichen Konsumverhalten ein Schock. Neugierig habe ich die Rechnung kürzlich wiederholt – in guter Hoffnung, inzwischen deutlich umweltschonender zu leben, bin ich doch, wie alle anderen, über das Problem "Klimawandel" bestens aufgeklärt.
Das Ergebnis war ernüchternd. Unter dem luxemburgischen Durchschnitt, ja. Aber immer noch über dem weltweiten Mittelwert von 6,41 Tonnen CO₂ pro Jahr. Ich stehe vor der Frage: Was kann ich denn sonst so als Einzelperson dazu beitragen, den Erdüberlastungstag nach hinten zu verschieben und der Natur Gutes zu tun? Ein Blick auf die von Global Footprint Network zusammengestellten Lösungsansätze zeigt, dass vieles im Endeffekt nicht nur in der Hand des Individuums liegt, sondern der Verantwortung von Regierungen, internationalen Institutionen und Betrieben obliegt.
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