Wodka auf Ex

Von Pascal SteinwachsLex KlerenMisch Pautsch

Warum Pumps mit hohen Absätzen im Schnee keine gute Idee sind, man sein Handy auch als Minister*in nicht mit auf die Toilette nehmen sollte, und russische Regierungschefs am liebsten selbst fotografieren. Wir sprachen mit drei frisch gebackenen Pensionierten aus dem Parlament und dem Staatsministerium, die es wissen müssen.

Was haben Marc Baulesch, Viviane Heinen und Joël Lucas gemeinsam? Nun, alle drei sind sie im Laufe ihres Berufslebens immer wieder – mal mehr, mal weniger – auf Tuchfühlung mit den Mächtigen dieser Welt gegangen, alle drei haben sie unzählige Überstunden gemacht, und alle drei haben sie viel erlebt und noch mehr zu erzählen.

Nach 38 Jahren im Staatsministerium (Joël Lucas) sowie 25 bzw. 21 Jahren in der Abgeordnetenkammer (Marc Baulesch und Viviane Heinen) sind inzwischen alle drei in Pension. Wir haben uns in den vergangenen Wochen mit den beiden ehemaligen Amtsdienern und der langjährigen Verantwortlichen von Chamber TV getroffen, und bekamen dabei so manch ungewöhnliche Geschichte zu hören.

Wie der Schaum zum Bier

Wir besuchten Marc Baulesch in seiner letzten Arbeitswoche an seinem Arbeitsplatz auf dem Krautmarkt, zwei Tage bevor die Vertreter*innen der Mehrheitsparteien an Heiligabend mal wieder Grünlicht für eine weitere Verschärfung der Corona-Regeln gaben. Wie beliebt der Huissier dirigeant auch bei den Abgeordneten war, das machte Kammerpräsident Fernand Etgen deutlich, als er Baulesch in der öffentlichen Sitzung vom 16. Dezember mit den Worten verabschiedete, dass dieser zur Chamber gehöre, „wie der Schaum zum Bier“. Dass der Saaldiener alljährlich jahrelang auch als Houseker in Erscheinung trat, tat seiner Beliebtheit übrigens keinen Abbruch.

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