„Wir sind so multikulti und müssen das zu schätzen wissen“

Von Sarah RaparoliLex Kleren

Wegen Aussehen und Herkunft diskriminiert zu werden gehört für manche Menschen zum gängigen Alltag – Ausnahme in Luxemburg? Nein. Dennoch macht nicht jede Person die gleichen Erfahrungen und erlebt ganz unterschiedliche Situationen. Ehrliche Gespräche über Vorurteile und Stereotype gegenüber Menschen asiatischer Herkunft.

Rassismus ist allgegenwärtig und auch in Luxemburg eine traurige Realität. Am 5. Juni letzten Jahres nahmen gut 1.500 Menschen an einer Demonstration gegen Rassismus vor der US-Botschaft teil. Die Tötung des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis hatte eine Welle des Protests, der Entrüstung und Solidarität ausgelöst. Obwohl es nicht der erste Schwarze war, der durch brutale Polizeigewalt ums Leben kam, folgten weltweit Aktionen gegen strukturellen Rassismus und gewaltvolles polizeiliches Vorgehen.

Dass sich Rassismus nicht nur gegen Schwarze richtet, wurde durch die rezenten Ereignisse in den USA erneut vor Augen geführt. Im Großraum Atlanta erschoss ein 21-jähriger weißer Mann am 16. März in drei Massagesalons acht Menschen, darunter sechs asiatischer Herkunft, sieben Opfer waren Frauen. Laut den verantwortlichen Polizeibeamten habe der Täter bei der Befragung angegeben, dass er nicht aus rassistischen Motiven gehandelt habe. Grund sei seine Sexsucht gewesen. Die Sicherheitsbehörden seien weiter dabei, das Tatmotiv zu klären.

Dennoch: Gewalttaten gegen Menschen asiatischer Herkunft hätten seit Pandemieausbruch zugenommen, was auf unterschiedlichen Plattformen (Link: ichbinkeinvirus.org) dokumentiert wird. Sie werden als Sündenbock für das Coronavirus angeprangert. In den sozialen Netzwerken tauchen Videos auf, die zeigen, wie sie verbal und körperlich angegriffen werden. Letzten Juli war Rassismus auch im luxemburgischen Parlament Thema und es wurde eine Motion zur Durchführung eine Studie verabschiedet.

Ziel: das Ausmaß an Rassismus in Luxemburg ermitteln. Wie Justizministerin Sam Tanson damals während der Debatte erklärte, habe sich die Polizei 2019 mit 50 Fällen von Hassrede befasst, 2018 mit 20. Über die BEE-SECURE-Stopline wurden letztes Jahr 292 Meldungen im Bereich Rassismus gezählt, 240 davon wurden als illegal eingeordnet und weitergeleitet (das Lëtzebuerger Journal berichtete). Rassismus ist eine traurige Realität, auch noch im Jahre 2021. Wenn auch nicht jede*r dies gleichermaßen erlebt.

Das Journal hat mit Personen asiatischer Herkunft gesprochen, die von ganz unterschiedlichen Erlebnissen und Sichtweisen berichten.

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