Wenn Schmerzen stark machen

Von Sarah RaparoliLex Kleren

Das Lipödem ist eine schmerzhafte Krankheit, deren Betroffene kaum Gehör finden. Vier Frauen erzählen von ihrem Kampf nach Anerkennung und Unterstützung. Sie möchten anderen Betroffenen Mut machen, sich ihnen anzuschließen, um gemeinsam für ihre Rechte einzutreten.

„Du bist zu dick“ oder „Mach einfach mehr Sport“ – nur zwei der vielen Aussagen, die während des Gespräches immer wieder im Raum stehen und durch Kopfnicken aller Anwesenden bestätigt werden. Es sind Kommentare, die diesen vier Frauen konstant an den Kopf geworfen wurden oder die sich manche unter ihnen noch immer anhören müssen. Wendy, Irène, Gaby und Martine haben nicht „nur mehr auf den Hüften“ oder „müssen sich einfach viel bewegen“. Auch wenn wie so oft keine offiziellen Zahlen von Betroffenen existieren – in Deutschland sei laut Schätzungen jede zehnte Frau betroffen – gehören eben genannte Frauen zu jenen, die mit einem Lipödem leben. Ein Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die mehrheitlich bei Frauen mit Beginn der Pubertät, während einer Schwangerschaft oder mit der Menopause auftritt, sogenannten Schüben. Geforscht wird seit Jahren, dennoch sind die Ursachen der Entstehung nicht zweifelsfrei geklärt. Weiterhin wird von einer genetischen Veranlagung ausgegangen, also davon, dass das Lipödem vererbt wird.

Eine Definition, die durch die einzelnen Erfahrungen der Interviewpartnerinnen greifbarer wird. „Du stehst da, deine Beine schmerzen so sehr und fühlen sich unendlich schwer an. Die sanfteste Berührung kann bereits zu viel sein. Ich komme abends nach Hause und weine nur noch, weil ich solche Schmerzen habe. Ich habe keine andere Option als zu weinen.“ Wendy kämpft während unserer Unterhaltung immer wieder mit den Tränen. Das Leiden und die Verzweiflung sind deutlich zu erkennen, anders als die Schmerzen, die nur sie fühlt und die für Außenstehende schwer zu erfassen sind. Die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten können diese Beschwerden nur lindern. Bei vielen Frauen sind Hämatome, Verhärtungen des Gewebes und eine unebene Hautoberfläche deutlich erkennbar – einer der vielen Gründe, weshalb Wendy auf kurze Hosen und sommerliche Röcke verzichtet.

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