Viereckige Augen und runde Rücken

Von Misch Pautsch

Mehr denn je sitzen wir – wie Sie gerade auch – vor Bildschirmen. Weil wir müssen, wollen, oder sonst nichts zu tun haben. Ab wann wird das eigentlich zu einem ernst zu nehmenden Problem?

Wenn Sie diesen Artikel lesen, sitzen Sie höchstwahrscheinlich vor einem Bildschirm. Es besteht eine gute Chance, dass Sie, wie dem Statec zufolge die Mehrheit der Luxemburger*innen, seit Beginn der Pandemie deutlich öfter im Internet unterwegs sind als vorher – und damit vermutlich auch länger und häufiger auf einen Bildschirm schauen. Nun, wie geht es Ihrem Rücken? Spüren Sie ein leichtes Ziehen im Nacken, ein Kribbeln in den Beinen? Oder ein Zucken im Daumen, wenn eine Facebook-Benachrichtigung – Ping – auftaucht? Nur mal kurz gucken. Mehr denn je kleben wir vor unseren Bildschirmen, weil wir müssen, wollen, nichts anderes zu tun haben. „Mehr als fünf Stunden“ sind die meisten Luxemburger täglich mit dem Internet verbunden, schreibt das Statec. Und das bloß außerhalb der Arbeitszeit, was natürlich Probleme mit sich bringen kann, sowohl physische als auch psychische - gerne auch beide gleichzeitig.

„Ich wünsche jedem Arbeitgeber, der seinem Personal keine ordentlichen Stühle kauft, einmal so richtige Rückenschmerzen. Damit er weiß, wovon er redet, wenn er sich über Abwesenheiten beklagt“, sagt der Physiotherapeut Jérôme Muller am Telefon. Seit es weit verbreitet ist, im Homeoffice zu arbeiten, sei die Zahl der Leute mit Rückenproblemen, noch weiter angestiegen. Allgemein lässt sich sagen: Je mehr Zeit Leute vor dem Bildschirm verbringen, desto ausgeprägter und häufiger scheinen Rückenprobleme und -schmerzen zu sein. Dazu kommt, dass viele Leute von der Couch oder vom Bett aus arbeiten, was eine auch nur halbwegs gesunde Haltung quasi unmöglich macht. Noch viel problematischer jedoch, so Muller, sei das Handy. In der typischen „Handyhaltung“ – oft auch am Laptop gesehen –, in der der Kopf im 60-Grad-Winkel nach vorne hängt, wirken „wahnsinnige Kräfte auf die Halswirbelsäule. Es ziehen dann ständig 27 bis 30 Kilogramm Gewicht am Genick. Die wenigsten Leute können so viel Gewicht auf Dauer mit den Armen festhalten, geschweige denn mit dem Hals! So stark das Genick auch ist, auf Dauer degeneriert es durch schlechte Haltung, falsches Sitzmaterial, zu wenig Bewegung und falsche Ernährung.“

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