Überdosiert

Von Misch Pautsch

Zu viele Medikamente wandern direkt aus der Fabrik in den Abfall oder den Abfluss – ohne Zwischenstopp im Menschen, wo sie eigentlich gebraucht werden. 189 Tonnen Arzneimittel sind vergangenes Jahr in der Superdreckskëscht gelandet, vermutlich deutlich mehr im Restmüll. Eine unnötige Belastung für die Natur und alle, die in die Krankenkasse einzahlen. Doch manchmal hilft es, einfach die Verpackung zu wechseln.

189 Tonnen Arzneimittel wurden vergangenes Jahr in Luxemburg bei der Superdreckskëscht entsorgt – oft in ungeöffneten Kisten. Viele waren abgelaufen, andere nicht. Doch auch ungeöffnete Medikamente, die noch einnehmbar sind, müssen samt Blister verbrannt werden. Wie viele weitere Tonnen jährlich achtlos in den Abfalleimer geschmissen oder das Klo heruntergespült werden, weiß niemand genau.

„Die Verschwendung ist enorm“, sagt Jeff Barré, Verantwortlicher für den Gesundheitsbereich bei der Superdreckskëscht: „Auf den Kopf gerechnet haben wir vergangenes Jahr rund 290 Gramm Medikamente gesammelt, inklusive Gewicht der Verpackung.“ Dabei sei 2021 noch ein vergleichsweise ruhiges Jahr gewesen. 2019, sagt Barré, hat jede*r Luxemburger*in durchschnittlich 312 Gramm Medikamente weggeschmissen. Das sind vor allem Schmerzmittel, Antidepressiva, Augentropfen und Cremes, die bei der Superdreckskëscht am Fließband von den Verpackungen getrennt werden, denn nur das Papier kann recycliert werden. In der Kläranlage in Beggen wird in Zukunft sogar ein neuer Abschnitt der Kläranlage spezifisch Reste von Antibiotika und Medikamenten aus dem Abwasser filtern – eine Notwendigkeit, die aus der Nachlässigkeit zu vieler Menschen entsteht.

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