Sproochentest bestanden – doch trotzdem wechseln fast alle die Sprache

Von Misch PautschMaxime Toussaint

Luxemburgisch sprechen ist und bleibt für viele die Grenze zwischen Dabeisein und Dazugehören. Ausgebuchte Sprachkurse beweisen, dass immer mehr Leute dazugehören wollen. Doch zwischen "Sprechen lernen" und "Sprechen" können Welten liegen, wie drei Lernende berichten – nur selten liegt es am guten Willen.

"Ich finde es wichtig, 'Moien' zu sagen." Vinciane lebt seit 1990 im Großherzogtum, hat die doppelte Luxemburgisch-Belgische Staatsangehörigkeit und spricht Luxemburgisch. Gelegentlich. Grüßen tut Sie immer auf Luxemburgisch. Nicht nur, weil es oft positive Reaktionen hervorruft, sondern auch um zu zeigen, dass sie es kann. Dennoch verläuft der Rest ihrer Gespräche meist auf Französisch, privat wie beruflich. "Ich würde sagen in neun oder zehn von zehn Fällen wechseln die Leute sofort zu Französisch, sobald sie bemerken, dass Luxemburgisch nicht meine Erstsprache ist", so die Architektin.

Damit geht es ihr wie vielen Leuten, die ihren Weg durch das luxemburgische Sprachenlabyrinth finden. Wann, wie oft und in welchem Kontext welche Sprache gesprochen wird – und ganz besonders an wen sich "angepasst" wird, ist nicht immer einfach. Wer die Nationalsprache nicht nur lernen, sondern im Alltag anwenden will, steckt oft in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite steht die Erwartung, die Sprache "einfach zu sprechen". Auf der anderen steht der gut gemeinte Reflex vieler Luxemburgisch-Muttersprachler*innen, schnell in die Sprache des Gegenübers zu wechseln.

Du willst mehr? Hol dir den Zugang.

  • Jahresabo

    185,00 €
    /Jahr
  • Monatsabo

    18,50 €
    /Monat
  • Zukunftsabo für Abonnent*innen im Alter von unter 26 Jahren

    120,00 €
    /Jahr

Du hast bereits ein Konto?

Einloggen