Proben für den Wohnungsaufstand

Von Christian Block, Lex Kleren

Mit 26 noch bei den Eltern, ein Zimmer für 2.000 Euro: Das Lëtzebuerger Journal hat mit jungen Demonstrierenden vor der Chamber gesprochen. Ihr Protest soll zur nationalen Mobilisierung werden – ob das gelingt, zeigt sich nach dem Treffen mit Minister Meisch am 10. November.

Tim und Luis hatten nicht geplant, bei der Protestaktion am vergangenen Dienstag dabei zu sein. Dennoch schauen die beiden 14-Jährigen vom Rand her zu, wie laut Medienberichten 120 bis 200 Menschen vor der Chamber "Speculation has to go", "Housing Justice" oder "Wat brauche mer? – E Loyersdeckel" skandieren.

Vor der Abgeordnetenkammer stehen zwei Zelte. Ein Pappschild parodiert die bisweilen abstrusen Anzeigenpreise: 2.000 Euro für 10,5 m Quadratmeter, zentral gelegen mit Blick auf die Chamber. 13 Jugendorganisationen hatten zur Protestaktion aufgerufen.

Auch wenn sich die Teenager heute noch keine Gedanken machen müssten, so bekommen doch auch sie mit, "dass immer weniger Wohnungen verfügbar sind und die Preise immer weiter steigen. Da macht man sich schon jetzt Sorgen, wie man in Zukunft noch eine bezahlbare Wohnung finden soll", sagt einer von ihnen.

Jugendliche wie Tim und Luis sind an diesem Dienstagnachmittag kaum zu sehen. Nur wenige Schüler*innen haben den Weg vor die Abgeordnetenkammer gefunden, obwohl gerade die Interessen der Jugend im Mittelpunkt der Protestaktion stehen sollten. Schließlich sind es die Entscheidungen, die heute in der Wohnungsbaupolitik getroffen werden, die ihre Zukunft bestimmen werden. Ob sie dies- oder jenseits der Grenze wohnen werden, sich noch Chancen auf Eigentum erhoffen können oder wie lange sie sich das Dach mit den Eltern teilen müssen.

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