Immer mehr Kinder schaffen keinen Purzelbaum – was der Schulsport dagegen tut

Von Misch Pautsch

Mit Schulsport im Sekundarunterricht verbinden die meisten entweder eine willkommene Pause von der Schulbank oder das erniedrigende Ritual, zuletzt für Teamsport ausgewählt zu werden. Doch während Kinder und Jugendliche immer übergewichtiger werden und nur jedes vierte Kind sich genug bewegt, spielen die paar Stunden Bewegung weit über die Schule hinaus eine immer wichtigere Rolle.

"Immer mehr Kinder schaffen es nicht, einen Purzelbaum zu machen. " Tamara Schuh ist Sportlehrerin und Mitglied der Assoziation der Sportlehrer*innen (Apep). Zusammen mit Yves Bley, ebenfalls Sportlehrer, setzen sie sich für die Anerkennung der Wichtigkeit von Bewegung in der Schule ein.

Und diese, so scheint es, wird immer wichtiger, wie Schuh und Bley im Laufe ihrer Karrieren festgestellt haben: "Wir merken, dass Dinge, die vor 20 Jahren der Großteil der Klasse hinbekommen hat, heute teilweise nicht mehr klappen. Zum Teil, weil sie sogar Angst haben, es zu probieren", so Tamara. Es sei, so Bley, eine Beobachtung, die quer durch die Klassen und Altersgruppen gehe.

Bewegungsmangel, eine Gefahr für drei von vier Kindern.

Kinder, die sich sportlich mehr oder weniger fit waren, habe es immer schon gegeben, aber: "Wir merken im Alltag ganz klar, dass das Mittelfeld nach unten rutscht." Wo es früher noch ohne Problem möglich gewesen sei, ohne große Vorbereitung mit einer Klasse in der Sekundarschule in den Wald Mountainbiken zu gehen, müsse man heute regelmäßig Laufräder einplanen, weil viele Kinder mit 15 zum ersten Mal auf einem Fahrrad sitzen.

Das ist mehr als ein Eindruck: In der Studie "Physical Activity of Children in Youth in Luxembourg", die als Teil des Bildungsberichts 2021 veröffentlicht wurde, wurde anhand von Bewegungstrackern festgestellt, dass sich nur jedes vierte Kind im Alter von 10 bis 20 Jahren ausreichend bewegt, also mindestens eine Stunde täglich. Selbst die von der WHO für Erwachsene empfohlenen 150 Minuten pro Woche werden nicht immer erreicht. Gleichzeitig glauben die meisten von ihnen, sich deutlich mehr zu betätigen als sie es tatsächlich tun. Das Verdikt des Berichts ist deutlich: "Die meisten Kinder und Jugendlichen bewegen sich zu wenig, um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben." Jedes fünfte Kind zwischen 11 und 18 war laut der "Health Behaviour in School-Aged Children"-Studie im Jahr 2019 entweder übergewichtig oder adipös – Tendenz steigend.

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