Gafi vor den Toren Luxemburgs

Von Camille FratiLex KlerenMisch Pautsch Für Originaltext auf Französisch umschalten

Der für Herbst 2021 geplante Besuch der Delegation der Groupe d'Action Financière (Gafi) wird schlussendlich im November 2022 stattfinden. Eine einjährige Frist, die es Luxemburg ermöglicht hat, seine Strategie im Kampf gegen Geldwäsche zu verfeinern.

Die ersten Herbsttage kündigen dieses Jahr einen Besuch an, der in den politischen und finanziellen Kreisen Luxemburgs gefürchtet ist. Gefürchtet? Das ist nicht das richtige Wort, denn bei der Kommunikation über die Groupe d’Action Financière (Gafi) oder Financial Action Task Force (Fatf) ist immer Vorsicht geboten. Der Gafi ist dafür bekannt, dass er die Presse in den Ländern, die von ihm bewertet werden, genau unter die Lupe nimmt. Dies erklärt, warum mehrere wichtige Protagonist*innen, allen voran Michel Turk, der nationale Koordinator für die Bekämpfung der Geldwäsche, die Interviewanfragen des Lëtzebuerger Journal abgelehnt haben. „Der Besuch des Gafi ist für Luxemburg von großer Bedeutung und die Regierung zieht Diskretion vor“, sagt ein anonymer Finanzfachmann.

Ein Vorbehalt, der wahrscheinlich den Herausforderungen, die diese vierte Bewertung des Gafi umgibt, angemessen ist. Das Lëtzebuerger Journal hatte die Bedeutung dieses Besuchs für den Finanzplatz und für ganz Luxemburg bereits in einem früheren Artikel, Anfang 2021, ausführlich beschrieben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die letzte Bewertung im Jahr 2010 für das Land und seinen Ruf verheerend war. Luxemburg wurde als „teilweise konform“ mit den Anforderungen zur Bekämpfung der Geldwäsche eingestuft, was einer ernsten Warnung für die Finanzwelt gleichkam. Nach diesem Schock dauerte es vier Jahre, bis das Land aus dem demütigenden Nachfolgeverfahren für Nachzügler*innen im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung herauskam.

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