Ein Zwischenstopp vor der Rückkehr auf die Straße

Von Audrey SomnardMisch Pautsch Für Originaltext auf Französisch umschalten

Médecins du Monde hat sich mit dem Centre Hospitalier Émile Mayrisch (CHEM) zusammengetan, um Menschen, die sich in einer sehr prekären Lage befinden, eine postoperative Ruhepause zu ermöglichen. Das Projekt mit dem Namen L’Escale ist in dieser Form eine Premiere in Luxemburg.

Es ist ein Haus wie jedes andere in einer Straße im Stadtzentrum von Esch/Alzette, nicht weit vom CHEM entfernt. Es war das Haus eines ehemaligen Arztes der Einrichtung, das von seinen Erb*innen an die Vereinigung vermietet wird. Sobald man die Eingangstür öffnet, herrscht Hektik, denn im Erdgeschoss befinden sich die Büros: Das Telefon klingelt, es folgen Koordinationssitzungen für das medizinische Team und die Sozialarbeiterin. Eine Atmosphäre wie in einem Ameisenhaufen, die im Gegensatz zu der Ruhe steht, die in den oberen Stockwerken herrscht. Das Team besteht aus vier Krankenpfleger*innen des CHEM, die die Patient*innen täglich betreuen, einem Arzt von Médecins du Mondes (MDM), der zweimal pro Woche in die Sprechstunde kommt, der medizinischen Koordination durch Dr. Guillaume Bastin von MDM, einem*einer Sozialarbeiter*in des CHEM sowie einem*einer Psycholog*in, der*die jeden Freitag kommt. Hinzu kommt ein Wachmann, der von 17 Uhr bis 7 Uhr morgens anwesend ist, um die Sicherheit während der Nacht zu gewährleisten.

Die Bewohner*innen sind alle hier, weil sie gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurden und sich einer Rehabilitation unterziehen müssen, an einer chronischen Krankheit leiden oder eine Pflege benötigen, die keine Krankenhausbehandlung erfordert. Diese Menschen haben sehr oft keine sozialen Rechte mehr und sind größtenteils obdachlos. L'Escale befindet sich in diesem gediegenen Haus mit vielen Treppen. Auf jeder Etage sind die Zimmer der Bewohner*innen angeordnet und jede*r hat ihren*seinen eigenen Bereich. Eine gute Möglichkeit, Ruhe und Privatsphäre zu finden für Menschen, die auf der Straße viel zu wenig davon haben. Bei unserem Besuch am Vormittag sind die Gemeinschaftsräume ruhig. Das Wohnzimmer ist gemütlich mit bequemen Sofas und die Regale sind mit Büchern gefüllt, ein Fernseher ist ebenfalls vorhanden, wie das Wohnzimmer in einem Privathaus. Von der Fensterfront aus kann man den gepflegten Garten sehen, den einige Bewohner*innen gerne unterhalten, während ein Mann auf der Terrasse in Ruhe eine Zigarette raucht.

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