Editorial – Das Ende einer historischen Lüge
Von Camille Frati Für Originaltext auf Französisch umschalten
Zehn Jahre nach dem Brexit hat der Finanzplatz tatsächlich vom Bruch zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union profitiert – allerdings, so beteuern seine Vertreter, wider Willen. Diese offizielle Darstellung knüpft an das ewige Narrativ vom Erfolg des Finanzplatzes an, der eher einem glücklichen Zufall als dem aktiven Handeln der Regierung zu verdanken sei. Dieses Mal jedoch ist die Fabel Wirklichkeit geworden.
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Von der ABBL über Luxembourg for Finance und die Aca bis hin zur Alfi – alle Vertreter des Finanzplatzes, die wir anlässlich unseres jüngsten Artikels über die Auswirkungen des Brexits auf den Finanzplatz befragt haben, haben eines gemeinsam: Sie haben betont, dass Luxemburg nicht versucht habe, vom Brexit und der Verlagerung von Aktivitäten, Arbeitsplätzen und Vermögenswerten zu profitieren, die bisher in der City of London, dem britischen Finanzplatz, angesiedelt waren. Und das, obwohl Paris und Frankfurt eifrig um die Gunst der Unternehmen geworben haben, um sich das Versprechen von Tausenden von Arbeitsplätzen zu sichern. Selbst Luxembourg for Finance, die Speerspitze der Standortförderung unter der Leitung des Finanzministeriums und der Berufsverbände, bestreitet, irgendjemanden aktiv umworben zu haben, und begnügt sich damit, auf Anfragen von Finanzinstituten zu antworten, die einen Stützpunkt auf dem Kontinent suchen.
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