In die Offensive gehen

Von Pascal SteinwachsLex Kleren

„déi jonk Lénk“ will sich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen. An der Regierungspolitik lässt die Jugendgruppe der „déi Lénk“ indes kein gutes Haar.

Tania Mousel ist 31 Jahre alt, wohnt in Sassenheim, arbeitet in der Nationalbibliothek und ist seit 2017 bei „déi Lénk“. Seit November 2020 ist sie Sprecherin der „déi jonk Lénk“, zusammen mit Smail Suljic, der aber zum Zeitpunkt des Interviews, das am Montag vergangener Woche stattfand, mit seinem Studium beschäftigt und deshalb verhindert war. Stattdessen nahm Kevin Sousa, 24 Jahre alt und aus Esch/Alzette, am Gespräch teil, der vor kurzem seine Universitätsstudien abschließen konnte und danach ein Praktikum bei „déi Lénk“ machte, bei der er seit 2018 dabei ist.

Lëtzebuerger Journal: Bei unseren deutschen Nachbarn wirft die wohl bekannteste Politikerin der Linken, Sahra Wagenknecht, ihrer eigenen Partei in ihrem neuen Buch vor, sich allzu sehr um Gendersternchen, LGBTQIA+ oder Cancel Culture zu kümmern, die tatsächlichen Probleme, die ein normaler Arbeitnehmer in seinem Alltag habe, aber nicht wahrzunehmen. Was sagen sie als Vertreter der Luxemburger Linken zu dieser Einschätzung, die ja nicht nur in Deutschland für einige Aufregung sorgte?

Tania Mousel: Ich gebe Frau Wagenknecht gleichzeitig recht und unrecht. Ich habe das Buch zwar noch nicht gelesen, aber es sieht ganz danach aus, dass hier durch eine etwas abwertende Sprache so getan wird, als ob die von ihnen erwähnten Beispiele der Autorin nicht wichtig wären. Da kann ich Sahra Wagenknecht natürlich absolut nicht recht geben, zumal diese finanziell relativ gut gestellt ist und in einer cisnormativen Beziehung lebt und sich aus diesem Grund nicht mit den Belangen vieler Leute identifizieren kann.

Ich gebe Wagenknecht jedoch recht, wenn sie darauf hinweist, dass die Zentrumsparteien überhaupt nicht wollen, dass sich strukturell etwas ändert. Einmal im Jahr eine Regenbogenflagge hissen, das trägt nicht zur Lösung des Problems bei und dient nur dazu, vom kaputten System abzulenken.

Kevin Sousa: Dabei gibt es auch unter den Arbeitern queere Leute. Mit ihren Aussagen hat Sahra Wagenknecht also einen Großteil derjenigen Arbeiter, die sie ja eigentlich repräsentieren sollte, einfach ignoriert.

Vor zwei Jahren benannte sich „déi jonk Lénk“ in „ELO! Ekologesch Lénk Jugend-Organisation“ um, derweil sie sich im Mai 2021, so entnehme ich jedenfalls ihrer Facebook-Seite, wieder in „déi jonk Lénk“ zurückbenannte. Warum?

TM: Das Problem bestand darin, dass es eine andere Bewegung, „déi jonk Lénk“, gab, die sich aber von „déi Lénk“ entfernt hatte und sich mittlerweile in „Laïka“ umbenannte, derweil wir, „déi Lénk Jeunes“, unseren Namen in „ELO! Ekologesch Lénk Jugend-Organisation“ umänderten, um nicht mit der anderen Organisation verwechselt zu werden. Da ELO! aber nicht unbedingt in Verbindung mit „déi Lénk“ gebracht wurde und die andere Gruppierung ja jetzt „Laïka“ heißt, haben wir uns wieder unbenannt.

Klingt kompliziert …

TM: (lacht) Ja.

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