"[Als Lehrerin] kann ich nicht mehr jedem Kind gerecht werden"

Von Christian BlockLex KlerenTom Herz

Kaum Luxemburgisch, motorische Entwicklungsrückstände, Kinder mit besonderem Förderbedarf: Isabelle Calmes muss all das gleichzeitig auffangen – allein. Während im Précoce Lehrkräfte und Erzieher*innen im Team arbeiten, soll das in der Vorschule erst 2027 in einem Pilotprojekt getestet werden. Für viele kommt das zu spät.

Vorschullehrerin Isabelle Calmes läutet eine kleine Glocke. Die Vier- bis Fünfjährigen im Cycle 1 räumen ihre Sachen weg und setzen sich mit den Stühlchen zum Morgenkreis zusammen. Das Ritual an diesem Montag kurz nach 08.00 Uhr kennen die Kleinen bereits gut. Sie tauschen sich über die Erlebnisse am Wochenende aus. Ein Mädchen erzählt, mit einer Freundin mit Slime gespielt zu haben. Ein Junge hat nicht gut geschlafen, aber dennoch ein schönes Wochenende verbracht.

Der Austausch ist eine soziale Übung – zuhören, warten, bis man an der Reihe ist. Aber gerade die Jüngeren, die zuhause vielleicht nur Portugiesisch, Farsi, Albanisch oder Malayalam (gesprochen in Indien) sprechen, müssen manchmal noch etwas überlegen, wie sie den Spielplatzbesuch oder das Eis-Essen in einen einfachen luxemburgischen Satz verpackt bekommen.

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