Opgepikt - Prinzessin Leia

By Pascal Steinwachs Article only available in German

Schweinekeulen und gegrillte Sardinen! Alles kein Problem: Hauptsache, der Doppeldutt hält. Allerdings wäre da auch noch die Rückkehr von TPFKAST zu vermelden: The Politician Formerly Known as Super Turmes. Der satirische Wochenrückblick von und mit Pascal Steinwachs.

Wochenende

Großer Bahnhof in der City: Portugals neuer Staatspräsident ist auf Antrittsbesuch in Luxemburg und hat, nachdem er das übliche Gedöns wie Empfang mit militärischen Ehren; beim Spielen der Nationalhymnen so tun, als würde man mitsingen; kleine Kinder auf den Arm nehmen und energisch tätscheln; Großherzogs Hallo sagen; sich in Goldene Bücher eintragen; politische Gespräche führen und dabei Interesse und Wissen vortäuschen …, nachdem er also das ganze Brimborium einigermaßen glimpflich hinter sich gebracht hatte, sogar so was wie ein klein bisschen Spaß.

Nicht weil es in Luxemburg so schön wäre (was es natürlich ist, d. Red.), nein, sondern weil er – wahrscheinlich auf der Suche nach der verlorenen Zeit, haha! – lecker Madeleines bekommen hat, nachdem ihn Vizepremier Bettel (ohne Aspro übrigens, denn der versauert schon seit geraumer Zeit im heimischen Wohnzimmer!) in die legendäre Madeleine-Stube von Léa Linster reingeschleppt hatte, die praktischerweise fast direkt neben dem großherzoglichen Palais und dem Parlament liegt.

Eine Wort-Reporterin war hautnah dabei: "Der luxemburgische Vizepremierminister tauschte das Protokoll gegen Tradition ein und führte den Präsidenten in die typischen Süßspeisen des Landes ein (…) Der Duft der frisch gebackenen kleinen Kuchen ließ niemanden unbeeindruckt. Bettel spielte die Rolle des Gastgebers, und Seguro (so heißt der Präsident, d. Red.) wusste diese Geste zu schätzen. Und den Geschmack."

Das glauben wir gern! Die Léa-Dinger sind aber auch wirklich lecker…

Und da der Präsident immer noch hungrig war, düste der ganze Tross dann auch noch nach Düdelingen, wo ein regelrechtes Volksfest zu Ehren Seguros angesagt war, und auch hier war das Wort vor Ort: "Der Duft von Sardinen erfüllt die Place du Hôtel de Ville, direkt vor dem Rathaus (…) An den Ständen werden Schweinekeule und gegrillte Sardinen, Bier und Cocktails, Farturas und Churros, Kleidung aus Südeuropa und ein Trödelmarkt mit allerlei Schnickschnack angeboten".

Jaja, so ein Präsidentenjob ist nicht nur Zuckerschlecken, sondern da muss man sich hin und wieder auch Schweinekeulen und Sardinen reinziehen.

Da sind uns die Madeleines doch um einiges lieber, womit wir wieder bei Xavier Bettel wären, denn der gilt nicht nur als Präsidentenflüsterer, sondern ebenfalls als In-der-Regierung-bleiben-Garantie seiner liberalen Truppe, und die hatte am Wochenende zu ihrem jährlichen Hochamt nach Bartringen eingeladen.

Dass so ein Hochamt, zumal dasjenige der DP, verdammt langweilig sein kann, das weiß jede®, der schon mal bei so einem Parteikongress dabei war. Eine "etwas ältere Dame" wusste sich denn auch nicht anders zu helfen, als sich beim anwesenden Tageblatt-Reporter, der in seinem anschließenden Bericht arg respektlos (sollte die DP wieder das Staatsministerium kapern, dann wird dem Tageblatt die Pressehilfe gestrichen!) von einer "Plattitüden-Parade" sprach, bitterlich zu beklagen: "Et war awer schwéier, sou laang sëtzen ze bleiwen".

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