Die sprachlichen Herausforderungen für Kinder in Luxemburg beginnen lange vor der Alphabetisierung oder sogar dem Kindergarten. Ab dem zweiten Lebensmonat werden die Weichen für den Spracherwerb gestellt. Für eine gesunde Sprachentwicklung zählen vor allem die Eltern – doch die stehen oft vor großen Hürden. Hilfen wie Kompetenzzentren oder der Bilan 30 existieren, doch auch sie haben ihre Grenzen.
Eine Muttersprache scheint das Normalste der Welt zu sein: wir wachsen mit ihr auf, denken in ihr, sie gibt uns die Worte, mit denen wir die Welt kennenlernen. Fast immer wird sie uns wortwörtlich mit Gute-Nacht-Geschichten oder Bilderbüchern mit in die Wiege gelegt. Sie zu lernen ist Basis für fast alle anderen Fähigkeiten. Doch Sprechen lernen ist nicht mehr selbstverständlich. "Wenn man mit den Kollegen aus dem Sektor spricht, kriegt man die Rückmeldung: Viele Kinder haben momentan keine gefestigte Muttersprache mehr", beobachtet Catherine Ley, Lehrbeauftragte für Logopädie am Kompetenzzentrum für Logopädie (CL). Das ist nicht nur potenziell ein Problem für die Fähigkeit zu sprechen, betont Marc Schmidt, Direktor des CL: "Die Entwicklung der starken Sprache ist eng mit der kognitiven Gesamtentwicklung verknüpft. Wenn die Erstsprache sich nicht gut entwickelt, hat das Kind in allen Bereichen Probleme."
Die Zahl der Kinder, die im CL eine logopädische Betreuung bekommen, lag 2018 noch bei 1.600, hat sich 2025 aber auf knapp 3.000 fast verdoppelt. Dies lasse sich laut Marc Schmidt teilweise durch eine frühere und bessere Diagnostik sowie mehr Personal erklären. Doch andere Gründe sollten nicht ignoriert werden. Extreme Fälle, in denen Kinder lange quasi gar nicht sprechen können, sind zwar äußerst selten, sagen sowohl Ley als auch Schmidt. Doch dass es hier überhaupt einen Trend gibt, lässt aufhorchen.
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