Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist ein Ende der Gewalt weiterhin nicht in Sicht. Die Zeichen stehen leider weiterhin auf Eskalation statt Entspannung.
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Es gibt Jahrestage, die würde man lieber nicht begehen. So geht der brutale Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, der am 24. Februar 2022 seinen Anfang nahm, doch inzwischen tatsächlich bereits in sein fünftes Jahr. Vier Jahre, in denen auf beiden Seiten hunderttausende Menschen gestorben und Millionen Ukrainer*innen aus ihrer Heimat geflohen sind, das Land größtenteils am Boden liegt und die Menschen in den Städten in einem der seit langem kältesten Winter kaum Strom und Heizung haben – und ein baldiges Ende des Kriegs ist nicht in Sicht.
Aggressor Putin macht zwar immer mal wieder sogenannte Friedensangebote, die jedoch unerfüllbare Zugeständnisse für die Ukraine beinhalten, die einem Diktatfrieden gleichkommen würden. Und ja: Derweil Russen und Ukrainer in Genf über einen möglichen Frieden verhandeln, lässt Putin das Land unablässig weiter bombardieren.
Dass der Kreml-Pate und seine Marionetten mehr als miserable Kriegsherren sind, dürften in der Zwischenzeit jedoch auch die größten Russland- und Putin-Fans, die es ja immer noch geben soll, geschnallt haben, aber das hilft der Ukraine leider nicht weiter. Ursprünglich wollte Moskau das Nachbarland ja handstreichartig in einer Art russischem Blitzkrieg erobern, aber das ist gründlich schiefgegangen, ansonsten das übermächtige Russland die ungleich kleinere Ukraine ja wohl längst besiegt hätte. Womit Putin nicht gerechnet hat, das ist der erbitterte Widerstand, den die Ukrainer*innen nun schon seit vier Jahren Tag für Tag leisten.
Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat zudem enorme Auswirkungen auf die ganze Welt, in der diktatorisch regierte Staaten seitdem zunehmend Morgenluft wittern, Europa seine schwerste Flüchtlingskrise seit Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt, und alles Militärische wieder Hochkonjunktur hat – sogar über die Wiedereinführung einer allgemeinen Wehrpflicht wird wieder gesprochen, was sich in Luxemburg aber Gott sei Dank – Putin wird aufatmen! – wieder erledigt hat.
Grund zum Jubeln hat seit Kriegsbeginn nur die Rüstungsindustrie, denn die ist inzwischen für viele vom einstigen Schmuddelkind zur ganz normalen Geschäftspartnerin geworden. Sogar Anleihen für den Krieg sind auf einmal, zumindest bei uns in Luxemburg, der Renner: So war der Luxembourg Defence Bond im Nullkommanichts ausverkauft.
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