Wenn Schule nicht mehr funktioniert: "CISP"-Zentren gegen Schulabbruch
Von Christian Block, Lex Kleren
Mit der verlängerten Schulpflicht bis 18 sollen weniger Jugendliche ohne Abschluss dastehen. Doch was passiert mit jenen, die im klassischen Lycée längst nicht mehr klarkommen? Die neuen Centres d'insertion socio-professionnelle (CISP) setzen auf individuelle und praxisorientierte Begleitung - und sollen verhindern, dass junge Menschen ganz aus dem System fallen. Ortstermin bei der Solina Jongenheem asbl.
"Es geht."
Nach Begeisterung klingt Matteos (Name von der Redaktion geändert) bisheriges Fazit nicht. Seit rund einem Jahr ist der 16-Jährige im Centre d'insertion socio-professionnelle (CISP) der Solina Jongenheem asbl. Hier schraubt er an einem Fahrrad und gleichzeitig an einer beruflichen Perspektive. Die Arbeit in der Werkstatt, unter Aufsicht von Ausbilder Mike und Erzieherin Aurélie, soll ihm den Weg zu einer Ausbildung als Fahrradmechaniker ebnen. "Das ist jetzt mal der Plan."
Wie alle anderen Schüler*innen auch ist Matteo im CISP, weil es Probleme mit oder in der Schule gab. "Niemand wollte mich als Schüler haben. Ich habe immer alles hinterfragt", meint der Jugendliche. Eigentlich habe er die Schule fertig machen wollen, um sich Zeit für eine Berufswahl zu lassen. Doch irgendwann "ging es in der Schule nicht mehr und wir mussten irgendwie eine Lösung finden".
Das Solina Jongenheem ist eine mögliche Antwort auf Situationen wie diese. Die gemeinnützige Organisation betreibt eines von heute vier landesweiten Zentren für soziale und berufliche Eingliederung (siehe Infobox). Ein fünftes soll laut Bildungsministerium bis zum kommenden Schuljahr startklar sein.
Ihr Ziel: junge Menschen aufbauen, damit sie entweder den Weg zurück in die Schule finden, eine Ausbildung machen oder wenigstens Arbeit finden. Und so verhindern, dass sie die Schule sowohl ohne Abschluss als auch ohne Perspektive verlassen.
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