Wer krank ist, möchte sich in der Sprache ausdrücken, in der man sich am sichersten fühlt. Im Krankenhaus ist das nicht immer selbstverständlich. Am CHNP lernen deshalb aktuell rund 100 Mitarbeiter*innen Luxemburgisch. Doch Sprachkurse allein lösen das Problem der Verständigung nicht – und manchmal fehlt sogar die Zeit zum Lernen.
"Manchmal müssen Kollegen Begriffe nur für mich übersetzen", sagt Aurore Letonne. In solchen Situationen plagt die gebürtige Französin ein schlechtes Gewissen. Doch die Psychomotorikerin, die seit anderthalb Jahren am Centre Hospitalier Neuro-Psychiatrique (CHNP) in Ettelbrück arbeitet, will das in Zukunft ändern.
Seit vergangenem Herbst besucht sie einen internen Luxemburgisch-Sprachkurs. "Ich möchte [meine Kolleg*innen] leichter verstehen können, damit die Kommunikation für alle flüssiger und unkomplizierter wird." Aber auch der Austausch mit den Patient*innen soll davon profitieren. "Ich würde gerne ein Level erreichen, auf dem ich die Patienten gut verstehen kann und wenigstens die Anweisungen meiner Übungen [auf Luxemburgisch] geben kann."
Mit diesem Anliegen ist Aurore Letonne keineswegs allein. Grob 100 CHNP-Angestellte waren Mitte Juli in einem Lëtzebuergesch-Kurs angemeldet. Knapp ein Dutzend besuchte Französisch-Kurse.
Gerade im medizinischen Kontext kommt Sprache eine zentrale Bedeutung zu. Verständigungsprobleme können schnell konkrete Folgen haben. "Für viele Patient*innen ist es bereits anspruchsvoll genug, in einer fremden Sprache über ihre Gesundheit, Symptome oder Ängste zu sprechen. In Not- oder vulnerablen Situationen kann dies eine zusätzliche Belastung darstellen und auch die Qualität der Versorgung beeinflussen", sagt die Patiente-Vertriedung.
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