Wasser, eine Quelle vieler Fragen

Von Audrey SomnardLex KlerenMisch Pautsch Für Originaltext auf Französisch umschalten

Ist es im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Klimawandel noch sinnvoll, Wasser in Flaschen zu konsumieren? Ist Leitungswasser genauso sicher und gesund? Das Journal hat sich mit der Frage befasst: wer im Duell Leitungs- gegen Flaschenwasser gewinnt.

In Luxemburg liegt der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch nach Angaben des Umweltministeriums bei 120.000 m3/Tag. Dies entspricht einem Verbrauch von mehr als 200 Litern pro Person und Tag. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt den täglichen Trinkwasserbedarf im Vergleich für jeden Menschen auf 100 Liter. Etwa 50 Prozent des im Land verbrauchten Wassers stammt aus unterirdischen Ressourcen und 50 Prozent aus dem Wasser des Obersauerstausees. Das auf diese Weise gesammelte oder aufbereitete Wasser wird von den Gemeinden an ihre Einwohner*innen verteilt. Eine von TNS-Ilres im Jahr 2020 durchgeführte Umfrage ergab, dass 82 Prozent der luxemburgischen Bevölkerung bereits Leitungswasser trinkt, aber 42 Prozent tut dies immer noch nicht jeden Tag.

Henry-Michel Cauchie, Mikrobiologe am Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST), ist der Meinung, dass das luxemburgische Leitungswasser von ausgezeichneter Qualität ist, zumal es zu den am häufigsten getesteten Lebensmitteln gehört: „Luxemburg ist ein industrialisiertes und reiches Land, die Infrastruktur ist neu und gut instand gehalten, und es wird von der öffentlichen Hand verwaltet, so dass es keine kommerziellen Probleme gibt.“ Die Flaschenwasserindustrie argumentiert, dass Leitungswasser durch Rohre transportiert wird, die nicht immer in bestem Zustand sind, was zu Bakterienwachstum führen kann. Der Forscher versichert jedoch, dass im luxemburgischen Leitungswasser, das sehr regelmäßig getestet wird, keine gesundheitsschädlichen Keime vorhanden sind: „Das Leitungswasser stellt keine Gefahr für die Gesundheit dar, obwohl sich in den Leitungen eine Bakterienfllora entwickeln kann, die aber kein Problem darstellt. Für Leitungswasser gelten die gleichen Vor-schriften wie für Wasser in Flaschen.“ Mineralwasser unterliegt nicht der europäischen Trinkwasserrichtlinie, sondern muss rein sein und besondere Eigenschaften aufweisen, wie z. B. einen hohen Kalzium- oder Sulfatgehalt.

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