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Von Pascal SteinwachsLex Kleren

Dass die adr eine Jugendsektion hat, das dürfte nicht jedem und nicht jeder bekannt sein. déi jonk adr, adrenalin, will dann auch stärker den Kontakt mit ihren Altersgenoss*innen suchen.

Am Vorabend unseres Gesprächs vom Freitag vergangener Woche wurde Maksymilian Woroszylo – zusammen mit adrenalin-Präsident Michel Lemaire einer unserer beiden Interviewpartner – auf dem Kongress der Jugendorganisation zum neuen Vizepräsidenten gewählt. Der 23-jährige Maschinenbaustudent, der in Wien studiert, soll im Laufe des Jahres jedoch die Nachfolge von Michel Lemaire an der Spitze der déi jonk adr antreten, der eigenen Aussagen zufolge als 32-Jähriger nicht mehr „so cool“ rüberkomme. Dieser ist Literaturwissenschaftler und arbeitet seit vier Jahren als parlamentarischer Mitarbeiter bei der adr.

Lëtzebuerger Journal: Wie rechts ist die adrenalin? Sieht man sich eine Reihe von rezenten Videos auf der Facebook-Seite der déi jonk adr an, in denen insbesondere Sie, Maksymilian Woroszylo, gegen alles und jeden wettern, der nicht bei drei auf den Bäumen ist – genannt seien an dieser Stelle nur die Gender-Ideologie, die Familienpolitik der Regierung, Joe Biden, die Grünen, Paulette Lenert, Claude Meisch, Lëtz Rise Up … –, so kann einem wirklich angst und bange werden.

Maksymilian Woroszylo: Rechts würde ich das nicht nennen. Ich würde mich eher als konservativ bezeichnen. Bei den von ihnen genannten Beispielen ging es mir darum, gewisse Sachen zu hinterfragen.

So, wie Sie sich in diesen Videos ausdrücken, ist das aber schon ziemlich heftig! Geht es Ihnen hier vielleicht nicht nur darum, zu provozieren? Provokation um der Provokation willen?

MW: Provokante Aussagen bringen die Leute auf jeden Fall dazu, zu reagieren. So gab es kritische, aber auch zustimmende Reaktionen. Es geht hier nicht zuletzt um die Meinungsfreiheit.

Sie sagen also, dass Sie nicht rechts sind?

Michel Lemaire: Wenn ich diesbezüglich auch etwas sagen darf. Bei adrenalin können wir mit den Kategorien links oder rechts nichts anfangen. So stehe ich manchmal eher links, zum Beispiel was ein Finanzsystem anbelangt, bei dem die Kleinverdiener auf der Strecke bleiben, bei anderen Überzeugungen bin ich hingegen konservativ – von rechts würde ich hier nicht reden. Progressiv-feindlich sind wir auf jeden Fall nicht.

Allerdings haben wir gewisse Fixpunkte, für die wir uns einsetzen, so unter anderem in der Familienpolitik, wo wir immer noch der Auffassung sind, dass die Familie die Kernzelle der Gesellschaft ist und dies auch bleiben soll. Was wir in diesen Zusammenhang kritisieren, das ist, dass der Staat dabei ist die Rolle derjenigen zu übernehmen, die die Kinder erziehen sollen.

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