Plötzlich Luxemburgerin

Von Melody Hansen, Lex Kleren

Widrige Lebensumstände im damaligen Luxemburg und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft veranlassten Anfang des 19. Jahrhunderts zahlreiche Luxemburger dazu, nach Brasilien auszuwandern. Ihre Nachfahren wissen heute oft nichts von ihren Wurzeln. Carolina Michelli fand erst vor drei Jahren heraus, dass ihr Ur-Ur-Ur-Großvater Luxemburger war. Heute ist sie erfolgreiche Friseurin in Düdelingen.

„The cats club“, steht auf einem Schild an der Tür zu Carolina Michelli’s Wohnung. Die 33-Jährige mit dem leuchtend roten Haar öffnet strahlend die Tür. Ihren Kopf ziert ein feines, goldenes Haarband mit Katzenohren. Es ist nicht zu übersehen, dass Carolina vernarrt ist in Katzen. Ihre Wohnung teilt sie neben Mann Marcus mit ihren samtpfötigen Mitbewohnern Mozilla Firefox, Bruce Wayne und Nala.

Carolina lebt seit einem Jahr und fünf Monaten in Luxemburg. Hier arbeitet sie als Friseurin im Haarsalon Ferber, wo sie sich außergewöhnlich schnell einen Namen gemacht hat. Das, obwohl sie wegen des Lockdowns mindestens drei Monate nicht arbeiten konnte. „Damit hätte ich nie gerechnet. Ich muss bereits Kunden ablehnen.“ Ihr Kalender ist für die kommenden sechs Wochen ausgebucht – die Samstage sogar die kommenden drei Monate. Auf Instagram folgen ihr mehr als 4.400 Menschen.

Carolina ist Luxemburgerin, lebt in Bivingen und arbeitet in Düdelingen. Verrückt, wenn man bedenkt, dass sie bis vor drei Jahren noch nicht einmal wusste, dass es das Land Luxemburg gibt, geschweige denn, wo es liegt. Geboren und erwachsen geworden ist die 33-Jährige in Brasilien, genauer im Süden des Landes. Dem Land, das so groß ist, dass Luxemburg über 3.200 Mal darin Platz hätte. 2018 fand ihre Mutter heraus, dass Carolinas Ur-Ur-Ur-Großvater 1862 von Luxemburg nach Brasilien ausgewandert war.

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