Niemand räumt gerne die Spülmaschine aus

Von Pascal SteinwachsAnouk Flesch

Der Job einer Ministerin für die Gleichstellung von Frauen und Männern dürfte ganz schön frustrierend sein, vollziehen sich Fortschritte hier doch allenfalls im Schneckentempo. Taina Bofferding versucht es trotzdem.

Das im Dezember 2018 bei der Vereidigung der Neuauflage von Blau-Rot-Grün im großherzoglichen Palais aufgenommene Foto macht deutlich, dass das mit der Gleichheit zwischen Frauen und Männern immer noch so eine Sache ist. Auf dem Foto standen die männlichen Regierungsmitglieder nämlich breitbeinig in der ersten Reihe, derweil die fünf Ministerinnen mit der zweiten Reihe vorliebnehmen mussten. Auch wenn das Ganze angeblich protokollarische Ursachen hatte, so machte dieses Bild doch deutlich, dass das Chancengleichheitsministerium, das inzwischen ja in Ministerium zur Gleichstellung von Frauen und Männern (MEGA) umgetauft wurde, seine Daseinsberechtigung nicht verloren hat.

Amtsinhaberin Taina Bofferding (LSAP), die sich schon vor ihrem Amtsantritt (in ihrer Funktion als Innenministerin) mit sexistischen Bemerkungen der Gewerkschaft des Gemeindepersonals herumschlagen musste („dieses unverbrauchte, zudem weibliche Gesicht“, „frisches junges Blut tut jedoch auch gut“), dürfte denn auch in den nächsten Jahren in diesem Ministerium genug zu tun haben.

Wir trafen die bestens gelaunte, aber vielbeschäftigte Ministerin am vergangenen Freitag in den Räumlichkeiten des MEGA, nachdem das Interview zuvor zweimal wegen anderer Verpflichtungen verschoben werden musste. Leider hatte Taina Bofferding auch beim dritten Anlauf nicht allzu viel Zeit. 

Lëtzebuerger Journal: Sie sind Ministerin für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Warum laden Sie nicht auch, so wie Sie das jedes Jahr anlässlich des Internationalen Frauentags tun, zu einer Pressekonferenz zum Internationalen Männertag ein, der ja alljährlich am 19. November begangen wird, ohne dass dies jedoch irgendjemand mitbekommt?

Taina Bofferding: (lacht) Wir haben diesen Tag natürlich auch auf dem Radar, und wir machen auch was. So hatten wir anlässlich des letzten Weltmännertags ein Video mit Männern produziert, die im erzieherischen Bereich tätig sind. 

Ach ja? 

Ja.

Sind Sie Feministin?

Ja!

Nur für unsere Abonnenten.

  • Jahresabo

    168,00 €
    /Jahr
  • Monatsabo

    15,50 €
    /Monat
  • Zukunftsabo bis 25 Jahre

    90,00 €
    /Jahr

Niemand räumt gerne die Spülmaschine aus

2,00 €
/Artikel

Du hast bereits ein Konto?

Einloggen
Jetzt den Newsletter abonnieren und nichts mehr verpassen. 
In welcher Sprache möchtest du den Newsletter erhalten? *

Wenn du den Newsletter des Lëtzebuerger Journal abonnierst, stimmst du der Verarbeitung deiner persönlichen Daten zu - deiner E-Mail-Adresse sowie deiner Sprachpräferenz - um regelmäßig eine Auswahl der zuletzt veröffentlichten Artikel zu erhalten. Mehr Informationen findest du in unserem Rechtshinweis.

Weiter

Elo mol éierlech - Le nucléaire