Im Netz der MLM-Spinne

Von Laura TomassiniMisch Pautsch

Multi-Level-Marketing gilt bereits seit Jahren als das neue Geschäftsmodell und wirbt quer über den Globus Menschen zum Einstieg ins Netzwerk an. Hinter den Versprechungen von Erfolg und Geld verbirgt sich jedoch oftmals eine betrügerische Masche, die erst bei genauerem Hinblick auffällt. Teil eins der Reportage.

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Nachrichten, die mit einem Zusatzgewinn von mindestens 500 bis 1.000 Euro im Monat werben, mehr Positivität und Selbstbestimmung im Leben versprechen und meist von Unbekannten ihren Weg in die eigene Mailbox finden, haben wohl die meisten zwischen 18- und 35-Jährigen schon einmal über die Kanäle sozialer Medien erhalten. „Hallöchen, du bist zwischen 25 und 50 Jahre alt, hast gerne Spaß im Leben, willst dich mit positiven, neuen Leuten connecten und dir dabei noch etwas dazu verdienen? Dann kommentiere mit Info, denn ich habe etwas für dich!“ lautet nur eine der vielen vorgefertigten Copy-Paste-Mitteilungen, die zu dem gemeinsamen Chat oder Videocall einladen, der das eigene Leben verändern soll.

Die Rede ist von Anfragen sogenannter Vertreter*innen, auch „affiliates“ oder „sales leaders“, internationaler Multi-Level-Marketing (MLM) oder Network-Marketing Firmen, die mit vagen Versprechungen vom Zusatzgewinn „nebenbei“, einer „geschäftlichen Verbesserung von zuhause aus“ und virtuellen Profilen, die nur so von „la vida loca“ strotzen, ködern. Was bei den meisten jedoch fehlt: Genaue Infos darüber, wie dieses passive Einkommen generiert werden soll, geschweige denn darüber, welches magische Unternehmen hinter der Anfrage steckt. Details werden erst bei geäußertem Interesse preisgegeben und gebühren nur jenen, die Teil des Systems sind, oder werden wollen.

#riskfreetrade auf einem risikoreichen Markt

Fast wie ein unsichtbarer Schleier, zwar stets präsent, jedoch nur selten namentlich erwähnt, zieht sich so der Name IM (Mastery) Academy durch die Weiten des Internets. Mit Titeln wie „certified trader“ oder „chairman“ strotzen die Profile der selbsternannten Händler*innen nur so von Erfolg und Lebensfreude – der nötige Cashflow inklusive. Fast täglich posten die IM-Vertreter*innen bei Instagram und Co. Stories von Überweisungen und aufsteigenden Kurven, die Geld versprechen.  Dabei bedient sich die in New York basierte „Academy“ Kryptowährungen, sowie des internationalen Devisenmarktes, auch Forex (Foreign Exchange Market, d. Red.) genannt – dem bedeutendsten Finanzmarkt der Welt, der mit der Umwandlung zwischen Währungspaaren, wie etwa dem Euro und dem US-Dollar, handelt.

Ausgestattet mit Laptops und aus Online-Videos und digitalen Coachings gelernten Strategien spekulieren die Vertreter*innen über mögliche internationale Wechselkurse und zahlen hierfür locker mehrere Hundert Euro im Monat. Der Einstieg bei IM Academy kostet Neulinge nämlich direkt 234,95 US-Dollar, hinzu kommen die monatlichen Gebühren für die von der Firma angebotene „Ausbildung“. Dass der Forex-Markt jedoch einer der komplexesten Märkte überhaupt ist und auch erfahrene Trader*innen ihn nur schwer vorauszusehen vermögen, wird dabei gekonnt sowohl von den CEOs des Unternehmens, als auch den Vertreter*innen ignoriert – und kaschiert.

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