Editorial - Risse im Fundament

Von Christian Block

Tausende Menschen klappern vergeblich Tag für Tag die Anzeigenportale ab. Angesichts einer tief in die Mitte der Gesellschaft reichenden Wohnungsnot hätte ein guter Start der Private-Public-Partnership der Regierung in die Karten gespielt. Stattdessen bleibt die Initiative bislang weit hinter den Erwartungen zurück.

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Im Pressebriefing nach dem Regierungsrat vergangenen Freitag versuchte Premierminister Luc Frieden die Sorge Nummer 1 der Bevölkerung in wenigen Sätzen zu adressieren. Er sei überzeugt, dass durch die Umsetzung des 10-Punkte-Plans der Regierung viel mehr Wohnungen entstehen könnten als bisher. 71 Prozent der Wähler*innen haben den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum im Politmonitor von Juni erneut zur höchsten politischen Priorität gemacht. Ob die Worte des Premiers daran etwas ändern, bleibt vorerst offen.

Jeder versteht, dass sich ein über Jahrzehnte angehäuftes Defizit nicht einfach so aus der Welt schaffen lässt. Dass Wohnungsbau überhaupt, aber vor allem, wenn er halbwegs sinnvoll geplant sein will, Zeit braucht.

Ja, die rezent präsentierten Statistiken der öffentlichen Wohnungsbauträger und des Spezialfonds für so genannten erschwinglichen Wohnungsbau zeigen in die richtige Richtung. Alles andere wäre eine Bankrotterklärung.

Mehr als 5.000 bezahlbare Wohnungen befinden sich in der Pipeline. Knapp eine halbe Milliarde Euro sollen in den kommenden Jahren weiter in Konventionen fließen, um das Angebot zu erhöhen. Jedes Jahr.

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