Nora Back wollte den Premier noch grillen, das Patronat lief Sturm gegen zusätzliche Belastungen, und der Premierminister wollte eigentlich gar keine Tripartite. Und auf einmal sitzen alle an einem Tisch, unterschreiben ein Abkommen und loben den Geist des Kompromisses. Wenn das kein Wunder ist.
Dieser Artikel wird Dir gratis zur Verfügung gestellt. Wenn Du unser Team unterstützen willst, dann schließe jetzt ein Abo ab.
Na also, geht doch.
Genauso wie die Deutschen bis heute vom Wunder von Bern schwärmen, könnte man hierzulande in einigen Jahren vom Wunder von Senningen sprechen. Zugegeben: Der Vergleich hinkt: Es wurde weder Fußball gespielt noch ein Weltmeistertitel gewonnen. Aber angesichts dessen, was sich in den vergangenen Monaten abgespielt hat, grenzt das Ergebnis der Tripartite tatsächlich an ein kleines politisches Wunder.
Monatelang wurden die Säbel gewetzt. Regierung, Gewerkschaften und Patronat lieferten sich ein öffentliches Kräftemessen, als stünde das Ende der Welt bevor, und OGBL-Präsidentin Nora Back kündigte am 1. Mai sogar lautstark an, den Premierminister grillen zu wollen.
Und dann?
Gerade einmal drei Tage Verhandlungen reichten aus, und schon stieg weißer Rauch aus dem Schloss von Senningen auf. Alle schüttelten sich die Hände, lächelten in die Kameras und versicherten einander, wie konstruktiv und verantwortungsbewusst die Gespräche diesmal gewesen seien.
Wer hätte das gedacht?
Am wenigsten vermutlich Luc Frieden selbst.
Ausgerechnet jener Regierungschef, der bis vor wenigen Wochen eine Tripartite möglichst vermeiden wollte und sich erst unter dem Druck des liberalen Koalitionspartners DP überhaupt zu diesem Schritt bereitfand, kann sich nun als Architekt eines sozialpartnerschaftlichen Kompromisses präsentieren.
Freier Zugang zum Rest des Artikels
Du kannst diesen Artikel kostenlos abrufen, wenn du unseren Newsletter abonnierst, der zweimal pro Woche versandt wird. Du brauchst außerdem ein Journal-Konto.
Du hast bereits ein Konto?
Einloggen