„Die anderen Parteien sind alle auf dem falschen Weg“

Von Pascal SteinwachsLex Kleren

Des einen Freud, des anderen Leid: Mitte Mai werden Nathalie Oberweis und Myriam Cecchetti, die im Zentrum bzw. im Süden jeweils an zweiter Stelle gewählt wurden, dem Rotationsprinzip der „déi Lénk“ folgend David Wagner und Marc Baum in der Abgeordnetenkammer ersetzen. Die Vorfreude bei den beiden Frauen ist groß.

Mit Myriam Cecchetti und Nathalie Oberweis, die alle beide noch kein nationales Mandat innehatten, zieht nicht nur ein frischer Wind in das Hohe Haus auf dem Krautmarkt, pardon, in das „Cercle“-Gebäude auf der „Plëss“ ein, sondern mit den beiden Politikerinnen wird auch der Frauenanteil in der „Chamber“ dank dem Rotationsprinzip, das in früheren Zeiten auch bei den Grünen Usus war, inzwischen aber nur noch bei den Linken angewandt wird, von 19 auf 21 erhöht. Bislang wurde „déi Lénk“ im Parlament übrigens ausschließlich von Männern vertreten. Das ausführliche Gespräch, das in einer entspannten Atmosphäre stattfand, wurde am Dienstag vergangener Woche geführt.

Lëtzebuerger Journal: Frau Oberweis: Ihr Vater war lange Jahre CSV-Abgeordneter. Sie vertreten demnächst „déi Lénk“ im Parlament. Was ist da bei Ihrer Erziehung schiefgelaufen?

Nathalie Oberweis: (lacht) Das beweist, dass eben gerade nichts schiefgelaufen ist. Mein Vater hat mir die richtigen Werte mit auf den Weg gegeben. Wenn einer in der falschen Partei war, dann war dies mein Vater, der eigentlich Mitglied der „déi Lénk“ hätte sein müssen, vertrat er als linker Katholik doch Werte wie Solidarität, Teilen und Empathie, mit denen man eigentlich bei den Linken hätte landen müssen. Er war also ganz klar in der falschen Partei.

Frau Cecchetti: Sie waren lange Jahre Mitglied der „déi gréng“ und waren sogar Schöffin in Sassenheim. Was hat Sie bewogen, die Grünen zu verlassen und stattdessen der „déi Lénk“ beizutreten?

Myriam Cecchetti: Weil ich die Werte, die ich als Mitglied der Grünen immer vertreten wollte, nicht mehr bei dieser Partei gefunden habe, die, so behaupte ich mal, ihre Seele verkauft hat. Umso mehr begrüße ich dann auch, in einer Bewegung Anklang gefunden zu haben, die mich mit meinen Ecken und Kanten aufgenommen hat …

… Sie sprechen von einer Bewegung, nicht von einer Partei?

MC: … ja, einer Bewegung, die sich darum bemüht, die Gesellschaft dazu zu bewegen, anders zu funktionieren. Die anderen Parteien sind alle auf dem falschen Weg, muss unsere Gesellschaft sich doch endlich ändern, was besonders in diesen Pandemie-Zeiten deutlich geworden ist.

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