Marc Spautz ist zurück in der Regierung. Auf ihn werden hohe Erwartungen gesetzt. Nach der mehr als unglücklichen Bilanz seines Vorgängers Georges Mischo soll der CSV-Routinier als neuer Arbeitsminister nämlich unter anderem den Sozialdialog wiederherstellen.
Da Marc Spautz erst vor einem knappen Monat vereidigt wurde, ist sein Büro auf dem fünften Stock des Arbeitsministeriums noch nicht so richtig eingerichtet, hat dafür aber eine unbezahlbare Aussicht auf den Rousegäertchen und den prächtigen, früheren Arbed-Palast. Am Tag unseres Gesprächs traf er zuvor auch bereits die CGFP. Angesichts der vor ihm liegenden Herkulesaufgabe wie der Wiederherstellung des Sozialdialogs ist der CSV-Politiker fast schon tiefenentspannt. Der neue Minister hat eigentlich nicht viel Zeit, nimmt sich für uns aber trotzdem alle Zeit der Welt.
Lëtzebuerger Journal: Hätten Sie gedacht, dass Sie als ehemaliger Kurzzeitminister noch einmal Regierungsverantwortung tragen würden?
Marc Spautz: Nein, das hätte ich mir wirklich nicht vorstellen können.
Ist Arbeitsminister Ihr Traumjob?
Was heißt hier Traumjob? Es handelt sich bei meiner neuen Aufgabe um einen Bereich, den ich gut kenne, und in dem ich ein Leben lang gearbeitet habe. Ob es mein Traumjob wird, das werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.
Sie waren ja nicht nur schon mal Minister, sondern auch Parteipräsident, CSV-Generalsekretär, zwei Mal Fraktionschef, Schöffe in Schifflingen und Spitzengewerkschafter. Fehlt eigentlich nur noch der Posten des Regierungschefs oder des Papstes …
Ich glaube nicht, dass ich für einen der beiden Posten in Frage komme.
So viel, wie jetzt von allen Seiten von Ihnen erwartet wird, können Sie unmöglich erfüllen.
Die Erwartungen an mich sind tatsächlich sehr groß. Ich werde aber alles daransetzen, dass vor allem das mit dem Sozialdialog wieder klappt …
… wobei der Sozialdialog ja aber inzwischen regelrecht von den Toten auferweckt werden muss. Wie wollen Sie das denn anstellen?
Indem ich das Gespräch mit den Sozialpartnern suche. Um keine Zeit zu verlieren, werde ich an den von Georges Mischo einberufenen Bipartite-Sitzungen festhalten. Vor diesen Treffen will ich aber bereits einmal mit den Gewerkschaften und dem Patronat gesprochen haben. Was letztere anbelangt, so werde ich in einer ersten Phase die UEL empfangen, um anschließend ebenfalls sämtliche Verbände wie die Handelskammer und den Handwerksverband zu treffen, um den Sozialdialog wieder anzukurbeln.
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