Wie kann der Wald in Luxemburg gerettet werden? Vor fünf Jahren haben wir in einem Artikel Strategien vorgestellt, die eine Antwort auf diese Frage sein könnten – von "Die Natur findet schon einen Weg" bis hin zum Import exotischer Spezies. Was hat sich seither getan und was kann realistisch erreicht werden? Ein Gespräch Martine Neuberg, Dienstchefin der Forstverwaltung.
Der Wald bleibt schwerkrank. Wer einen Spaziergang im Grünen macht, wird dies kaum übersehen können: hagere Baumkronen, Lichtungen, wo früher Dickicht war, Kahlschlag-Schneisen. Über acht von zehn Bäumen in Luxemburg sind beschädigt, mehr als sechs von zehn sogar schwer oder schon tot. Während die Quote gesunder Bäume – 14,5 Prozent – über die vergangenen vier Jahre stabil geblieben ist, steigt vor allem der Anteil schwer beschädigter Bäume weiterhin an.
Es ist nun fünf Jahre her, dass wir mit Förster Serge Hermes durch ein Waldstück spaziert sind, in dem er uns gleich eine ganze Bandbreite an unterschiedlichen Methoden vorgestellt hat, um das Waldsterben zu bekämpfen: Totholz liegen und stehen lassen, das als Wasserspeicher dient – so helfen selbst abgestorbene Pflanzen ihren noch lebendigen Nachbarn durch trockene Sommer. Die vor allem in Frankreich beliebte "assistierte Migration" von genetisch besser an Trockenheit angepassten Varianten lokaler Spezies – oder gar der Import exotischer Baumarten. Luxemburgs Forstmanagement setzt auch auf die These, dass die genetische Diversität bereits hier stehender Pflanzen so breit gefächert ist, dass sich zunehmend die Individuen durchsetzen, die angepasst sind. In Luxemburgs Wäldern wird von allem ein bisschen probiert, denn was funktionieren wird, ist kaum vorhersehbar.
Du willst mehr? Hol dir den Zugang.
-
Jahresabo185,00 €/Jahr
-
Monatsabo18,50 €/Monat
-
Zukunftsabo für Abonnent*innen im Alter von unter 26 Jahren120,00 €/Jahr
Du hast bereits ein Konto?
Einloggen