"Wir bräuchten nicht viel, um viel mehr bewirken zu können"

Von Christian BlockLex Kleren

Sie baut Wohnungen für Menschen, die auf dem privaten Markt chancenlos sind - und das kommt immer häufiger vor. Die Rede ist von der Fondation pour l'accès au logement, die seit 2019 im Wohnungsbau aktiv ist, um zum Aufbau eines Bestands an sozialen Mietwohnungen beizutragen. Ein Interview.

"Der Staat sorgt dafür, dass jeder Mensch in Würde leben kann und über eine angemessene Wohnung verfügt." So stand es damals zwar noch nicht in der Verfassung, als 2009 die Fondation pour l'accès au logement (FAL) gegründet wurde. Doch im Kern ist das das Ziel der Stiftung: die Verwirklichung des Rechts auf Wohnen. Ein Gespräch mit Gilles Hempel und Tom Nilles, Direktor und stellvertretender Direktor der FAL.

Lëtzebuerger Journal: Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum, die Mietpreise steigen und belasten inzwischen fast 40 Prozent des verfügbaren Einkommens von Mieter*innen. Wie erlebt ihre Stiftung, wie erleben ihre Klient*innen die derzeitige Situation auf dem Wohnungsmarkt?

Gilles Hempel: Wir haben vor fast 17 Jahren angefangen, mit der AIS (siehe Infobox) Privatwohnungen anzumieten, um sie Menschen für eine gewisse Zeit zur Verfügung zu stellen, damit sie ihr soziales Projekt wie das Absolvieren einer Ausbildung, des Lkw-Führerscheins oder die Tilgung von Schulden umsetzen können. Damals lautete das Ziel, dass sie nach drei, vier oder fünf Jahren bereit für den ersten Wohnungsmarkt sind. Mit den Jahren mussten wir aber feststellen, dass immer mehr Menschen "hängen" bleiben. Sogar wenn beide Partner unbefristete Arbeitsverträge haben – er beispielsweise auf dem Bau, sie im Reinigungssektor – begegneten sogar berufstätige Paare immer größeren Schwierigkeiten, auf dem freien Wohnungsmarkt Fuß zu fassen.

Daraufhin haben wir beschlossen: Wir müssen etwas unternehmen und selbst bauen, weil der Markt keine preiswerten Wohnungen hergibt.

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