Seit mehr als drei Jahrzehnten gehört Simone Decker zu den prägenden Figuren der Luxemburger Gegenwartskunst. Im November wird sie mit dem Lëtzebuerger Konschtpräis ausgezeichnet.
Als wir an diesem sonnigen Nachmittag im Escher Bridderhaus ankommen, ist es ungewöhnlich ruhig, aber das kann auch darauf zurückzuführen sein, dass es bereits Feierabend ist. Am Werkeln ist eigentlich nur noch Eric Schumacher, der gerade an einer neuen Arbeit sitzt und kurz aufblickt, bevor er wieder in seine Welt eintaucht.
Da kommt unsere Interviewpartnerin, Simone Decker, auch schon mit dem Fahrrad an, und mit ihr taucht auch Bridderhaus-Manager Remo Bei auf, der uns mit breitem Lächeln Kaffee und Sprudel bringt. Wenig später, nach dem Gespräch, das wir im Garten des Bridderhauses führen, ziehen wir in die nicht allzu weit entfernte Konschthal weiter, wo Sam Erpelding an diesem Abend eine viel beachtete Performance gibt. In Sachen Kunst und Kultur scheint Esch im Vergleich mit der Hauptstadt tatsächlich immer mehr aufzuholen.
Simone Decker ist eine Frau, die nicht viel Aufhebens um sich macht. Wer erwartet, einer Künstlerin zu begegnen, die über Inspiration, Genialität oder den Kunstbetrieb philosophiert, der wird enttäuscht sein. Die auch im Ausland erfolgreiche Künstlerin ist äußerst bescheiden und spricht lieber über ihre Arbeit, über Materialien, über Räume. Über das, was vorhanden ist. "Ich nehme meistens das, was ich gerade vor Ort finde", wird sie später sagen.
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