Die Kühe auf dem Hof von Laurent Raus werden weiterhin gemolken. Doch seit Lactalis Ende Mai angekündigt hat, künftig keine Milch mehr aus Luxemburg beziehen zu wollen, ist für den Landwirt und 67 weitere Ekabe-Betriebe nichts mehr wie zuvor. Ein Besuch auf einem Hof, dessen Zukunft plötzlich offen ist.
Im Stall ist alles wie gehabt. Eine Kuh betritt den Melkstand. Die Maschine erkennt die Zitzen, reinigt und trocknet sie, bevor sie ihr die vier Melkbecher aufsetzt und die Milch in einen Tank abpumpt - alles vollautomatisch. Es surrt, klopft, zischt. Nach dem Melkvorgang werden die Zitzen noch desinfiziert und die Maschine reinigt sich. Durchschnittlich 180-mal am Tag läuft dieses Programm ab.
"Die Kühe können reingehen, wie sie wollen. Sie müssen aber eine bestimmte Litermenge mit sich tragen, das rechnet [der Computer] im Voraus aus. Wenn sie kein Anrecht haben, werden sie wieder rausgeworfen", erklärt Laurent Raus. In anderen Worten: Das Ausgangsgitter öffnet sich und die Kuh muss wohl oder übel wieder zurück in den Stall. Eine Kuh hat gerade erneut ihr Glück versucht. "Die da hat vorgestern gekalbt." Der Landwirt zückt das Smartphone. "In drei Stunden und 48 Minuten darf sie wieder gemolken werden."
Der Roboter funktioniert einfach. Der Mensch dahinter stellt sich Fragen.
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