Vielfalt statt Vorurteile - Die "Schwarze-Freunde"-Verteidigung

Von Andy Schammo

"Ich habe schließlich viele schwarze Freunde" – ein Satz, der oft als Schutzschild gegen Rassismusvorwürfe dient. Eine Verteidigung, die nicht so unangreifbar ist, wie sie oftmals benutzt wird.

In der hitzigen Debatte über Rassismus und Vorurteile gibt es einen Satz, der immer wieder auftaucht und doch eine tückische Fallgrube birgt: "Ich habe aber viele schwarze Freunde". Mit dieser scheinbar unverfänglichen Aussage versuchen Menschen oft, sich gegen den Vorwurf des Rassismus zu verteidigen. Doch sollten wir uns genauer mit dieser Verteidigungslinie auseinandersetzen und ihre Implikationen erkunden.

Zunächst einmal müssen wir verstehen, dass der Grad der Vielfalt in den persönlichen Beziehungen einer Person nicht automatisch ihre Haltung gegenüber Rassismus bestimmt. Wenn jemand behauptet, viele schwarze Freund*innen zu haben, impliziert dies nicht zwangsläufig, dass rassistische Vorurteile oder Diskriminierung abwesend sind. Rassismus ist ein strukturelles Problem, das tief in unserer Gesellschaft verwurzelt ist, und er kann auch von Menschen mit Freunden verschiedener ethnischer Hintergründe aufrechterhalten werden.

Nehmen wir zum Beispiel eine fiktive Person namens Alex. Alex schwärmt oft von seinen vielen schwarzen Freund*innen und betont, wie tolerant und weltoffen er sei. Aber ist diese Aussage ein zuverlässiger Indikator für seine Einstellung? Nun, es ist durchaus möglich, dass Alex in seiner persönlichen Sphäre eine Vielzahl von Freund*innen aus verschiedenen ethnischen Gruppen hat. Aber wenn wir genauer hinschauen, könnten wir bemerken, dass Alex sich in anderen Bereichen seines Lebens rassistisch verhält.

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