Vielfalt statt Vorurteile - Wenn gute Absichten Grenzen überschreiten

Von Andy Schammo

Die Sehnsucht nach persönlichem Wachstum und sozialem Beitrag ist ehrenhaft, doch wie oft verbergen sich hinter den altruistischen Gesten tiefere Motive?

Voluntourismus, das Zusammenspiel von Freiwilligenarbeit und Tourismus, verspricht nicht nur kulturelle Erfahrungen, sondern birgt auch subtile Gefahren. Dabei bieten Projekte wie medizinische Freiwilligenarbeit, Lehren im Ausland oder auch Umweltschutzprojekte einen verlockenden Rahmen, um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: exotische Abenteuer erleben und gleichzeitig Gemeinschaften unterstützen. Doch die scheinbar klare Linie zwischen Wohlwollen und Voyeurismus wird oft unscharf und wirft wichtige ethische Fragen auf.

Während der Voluntourismus die Chance bietet, sich in Gemeinschaften einzubringen, kann er auch unbemerkt Voyeurismus fördern. Hierbei liegt der Fokus weniger auf der tatsächlichen Hilfe, sondern eher auf der Befriedigung der eigenen Neugierde oder der Reiseerfahrung. Diese neugierige Beobachtung kann die Privatsphäre und Würde der Menschen, die besucht werden, verletzen.

Die Gratwanderung zwischen Voluntourismus und Voyeurismus wird oft von der Frage nach der wahren Motivation entschieden. Steht das Wohl der Gemeinschaft wirklich im Vordergrund oder versteckt sich hinter den Gesten eine Form der Selbstinszenierung? Hierbei kann der Wunsch nach sozialer Anerkennung oder der Drang, auf Social-Media-Plattformen gesehen zu werden, die eigentliche Hilfe überlagern.

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