Über Sex redet er nicht

Von Pascal SteinwachsLex Kleren

Wer älter als vierzig ist, der dürfte sich mit dem Phänomen der Influencer*innen schwertun. Berühmtheit funktioniert heute anders als früher: Damals hingen Bravo-Poster an den Wänden, inzwischen reicht ein Smartphone. Vorhang auf für Argent Difficile.

Was früher Pop- und Rockstars, Schauspieler*innen oder Sportler*innen waren, das sind für viele Jugendliche der Generation TikTok heute Influencer*innen. Menschen, die sie jeden Tag auf ihrem Smartphone begleiten und deren Meinung manchmal mehr Gewicht besitzt als die ihrer Eltern. Für letztere bleibt diese Form der Prominenz denn auch häufig schwer nachvollziehbar. Weshalb Menschen freiwillig anderen Menschen dabei zusehen, wie sie kochen, verreisen, sich schminken oder was auch immer, erschließt sich nicht jedem.

Dass ein Englischlehrer aus dem Norden des Landes für viele junge Luxemburger*innen bekannter sein dürfte als so manche*r Minister*in oder Politiker*in, erscheint manchen gar regelrecht absurd.

Genau deshalb sind wir nach Wiltz gefahren, und – wir geben es zu – die Welt der Influencer*innen und Content Creators war bis dahin auch nicht unbedingt unsere Welt.

Der Weg nach Wiltz ist für Hauptstädter wie uns lang – sehr lang, aber Argent Difficile alias Philippe Esch, wie unser Gesprächspartner richtig heißt, ist hier aufgewachsen und hat darauf bestanden, uns hier zu treffen, in seiner Hood. Inzwischen lebt der Zweimetermann, dessen Storys auf TikTok und Instagram tausendfach geteilt werden, zwar in Clerf, wo er am dortigen Lyzeum Englisch unterrichtet, doch Wiltz ist für ihn noch immer der Ort, an dem er sich so richtig zu Hause fühlt und wo er alles und jede*n kennt.

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