Für die Betreuung ihrer Kinder sollten Eltern die freie Wahl haben, doch heute gibt es nur noch knapp 300 Tagesmütter in Luxemburg – halb so viele wie vor zehn Jahren. Eine Reform soll das ändern – indem Eltern künftig überall gleich viel zahlen und Tageseltern mehr verdienen. Ob das reicht, weiß Inês Pinto noch nicht. Ein Besuch in Rodingen.
Inês Pinto räumt noch schnell die Frühstückssachen vom Tisch und wischt ihn einmal ab. Ihren Dreijährigen hat sie gerade zur Schule gebracht. Den ganzen Sommer über habe er sich auf den Précoce gefreut – doch am ersten Schultag war die Trennung von der Mama dann doch nicht so einfach.
Zu Hause zurücklehnen kann sich Pinto an diesem Morgen jedoch nicht. Nach dem Interview, für das wir sie in Rodingen besuchen, bleibt vielleicht noch etwas Zeit für Büroarbeit, bevor sie spätestens gegen 10.30 das Mittagessen für insgesamt acht Personen vorbereiten muss.
Ihr eigener Chef zu sein und gleichzeitig mit Kindern arbeiten zu können: Das hat sie vor zwölf Jahren davon überzeugt, als Tagesmutter anzufangen. Ihre Ansprüche sind professionell. Der Aufenthaltsbereich für die Kleinen gleicht einer Kindertagesstätte in Miniaturform. Porträts der Kinder schmücken die Wand. Die Regale sind mit Bastelmaterial und Malstiften befüllt. Im Kinderbad reihen sich Zahnbürsten und Handtücher in bunten Farben hintereinander.
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