Sprache und Politik

Von Audrey SomnardLex Kleren Für Originaltext auf Französisch umschalten

Wenn gewählte Vertreter*innen kein Luxemburgisch sprechen, bringt das die Gewohnheiten durcheinander. Dies ist der Fall von Angélique Bartolini, der ersten Französin im Gemeinderat der Stadt Luxemburg. Kurz nach ihrer Vereidigung kam es zur Polemik.

"Ich dachte, es würde weniger hektisch werden", sagt Angélique Bartolini ein paar Tage vor den Feiertagen, als sie uns in ihrem Laden im Bahnhofsviertel auf einen Kaffee empfängt. Die frischgebackene Gemeinderätin musste sich im letzten Gemeinderat mit einem Antrag der Grünen auseinandersetzen, der sich mit den Sprachen befasste. Während Luxemburgisch vorherrscht, profitieren ausländische Gemeinderät*innen zum ersten Mal von einer Simultanübersetzung ins Französische, um die Debatten des Gemeinderats verfolgen zu können. Die Grünen begrüßen diesen Fortschritt, möchten aber, dass diese Übersetzung auch für alle interessierten Personen außerhalb der Gemeinde zur Verfügung steht. Ein Antrag, der kürzlich von der Mehrheit des Rates abgelehnt wurde, einschließlich der CSV, der Partei, die Angélique Bartolini vertritt.

Die Französin, die aus Thionville stammt, ist 2021 nach Luxemburg gezogen. Zunächst war Grenzgängerin wie viele andere auch, doch dann erkannte sie das Potenzial des Bahnhofsviertels für ihr Geschäft, eine Kleiderboutique, die sie 2018 eröffnete, und später auch für ihr Privatleben. "Ich wollte meine Boutique in Luxemburg und insbesondere im Bahnhofsviertel eröffnen, denn dort und nicht anderswo wollte ich meine Marke verankern. Durch das ständige Hin- und Herfahren, die Müdigkeit durch die Transporte und die Tatsache, dass ich schließlich mehr in Luxemburg als in Frankreich ausging … Schließlich sah ich ein, dass ich Freunde gefunden hatte und mein Leben jetzt hier war. Also habe ich den Schritt gewagt und bin nach Luxemburg gezogen", erzählt sie.

Obwohl sie sich dank ihres Geschäfts vielleicht schneller als andere eingewöhnte, hatte Angélique Bartolini keine politischen Ambitionen. Es war die Politik, die zu ihr kam. In ihrem Laden trifft sie ihre Kundinnen und Kunden, darauf folgen prompt die anderen Ladenbesitzer*innen des Viertels, aber auch die Lokalpolitiker*innen, mit denen sie sich viel austauscht, denn die junge Frau hat Ideen, um das Viertel neu zu beleben und das Image des Bahnhofs aufzupolieren. "Mein Laden ist eine 'Wohngemeinschaft' mit einem Café, nicht wenige Politiker kommen dorthin, um einen Kaffee zu trinken und sich zu treffen. Mit der Zeit kamen wir ins Gespräch, wobei ich vor allem mit Serge Wilmes (CSV), dem ersten Schöffen, der für den Handel zuständig ist, in Verbindung stand, mit dem ich mich sehr viel über die Probleme des Viertels austauschte. Die Covid-Krise, die Straßenbahnarbeiten, die Inflation – ich hatte viel zu sagen und er hatte ein offenes Ohr für meine Ideen."

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