Opgepikt - Tattoo You

Von Pascal Steinwachs

Es ist Urlaubszeit und wir sind immer noch hier. Warum? Weil wir, die wir zwar nicht mehr jung sind, immer noch das Geld brauchen. Der satirische Wochenrückblick von und mit Pascal Steinwachs.

Wochenende

François Benoy ist nicht zu bremsen! Der Grünen-Politiker will es wissen und unbedingt Bürgermeister der Hauptstadt werden, wie er in einem Interview mit dem Wort noch einmal mit aller Deutlichkeit verdeutlicht. Dabei gibt er an, „ein Belairer Junge“ zu sein, der „in direkter Nähe der Schule in der Avenue Gaston Diderich“ aufgewachsen ist und „relativ früh“ in Kontakt mit den Pfadfindern kam, denn: „Neben der Schule hatten die Belairer Scouten zu diesem Moment eine Hütte, in der ich viel Zeit verbracht habe“. Dort habe er gelernt, „sich für eine bessere Welt einzusetzen, die Natur und die Menschen zu respektieren“.

Wir, die wir ebenfalls mit Leib und Seele ein Belairer Junge sind, und sogar in der Schule in der Avenue Gaston Diderich, nun ja … zur Schule gingen, können uns noch gut an besagte Hütte erinnern, haben dort allerdings nicht ganz so viel Zeit verbracht wie Benoy. So können wir uns gerade noch so besinnen, dass wir in unserer frühen Jugend irgendwie auch im Belairer Fähnlein Fieselschweif waren, aber gelernt haben wir hier nichts, außer dass wir seitdem alles, was nur im Entferntesten mit Uniformen zu tun hat, nicht mehr ausstehen können.

Dass François Benoy bei den Kommunalwahlen mit Claudie Reyland auch noch eine weibliche Co-Spitzenkandidatin an seiner Seite hat, vergaß er im Eifer des Gefechts übrigens glatt zu erwähnen, aber bei den Pfadfindern war so was wahrscheinlich kein Thema.

Was sonst noch so am Wochenende (inklusive freitags) geschah: déi Lénk-Abgeordnetin Myriam Cecchetti redete sich auf der Umtrunksbilanzpressekonferenz ihrer Truppe derart in Rage, dass sie den Eiffelturm mit dem Elfenbeinturm verwechselte; der Regierungsrat befasste sich auf Initiative des grünen Militärministers Fränz Bausch mit dem leicht schmuddeligen Thema Killerroboter; und als wir mal wieder die Tram nahmen, da stießen wir auf einen strauß-ähnlichen Riesenvogel, der uns verliebt ansah – dabei hatten wir doch gar nichts geraucht (ist ja schließlich immer noch verboten) und noch weniger getrunken. LuXembourg – Let’s make it happen!

Montag

Dass Politik kein Ponyhof ist, das weiß auch Österreichs Kanzler Karl Nehammer (ja, so einen gibt’s wirklich), der extra seinen Urlaub abgesagt hat, um seine volle Aufmerksamkeit dem Kampf gegen die Teuerung der Energiepreise widmen zu können. Toll! Dadurch werden das Gas und das Benzin bestimmt billiger. Unsere Regierung sollte sich ein Beispiel nehmen, aber in Luxemburg fängt das politische Leben ja bekanntlich erst wieder mit der Eröffnung der Schueberfouer an und dann ist auch schon fast wieder Herbst.

Apropos Urlaub: Was machen eigentlich Großherzogs? Der letzte Eintrag auf ihrer Cour-Grand-Ducale-Seite ist nämlich bereits zwei Wochen alt. Sind Sie noch in Biarritz oder in Paris oder schon in Cabasson? Sind die Kinder auch dabei? Die Enkelkinder? Der Gärtner? Was gibt’s zu essen? Weiß- oder Rotwein? Fragen über Fragen …

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Zwischen Mensch und Prozedur