Opgepikt - Politik ass net alles

Von Pascal Steinwachs

Das neue Jahr ist nun schon zehn Tage alt und wir haben immer noch keinen Dackel - nicht mal eine Katze oder einen Wellensittich … nichts, gar nichts. Der satirische Wochenrückblick von und mit Pascal Steinwachs.

Wochenende

Sacré Donald! Nun hat sich der Kerl doch tatsächlich in einer Blitzaktion Venezuela einverleibt, und bei uns und im restlichen Europa machen sie sich mal wieder alle trotz Völkerrecht-Blabla vor Angst in die Hose. Nur nichts sagen, ansonsten THE GREATEST ja womöglich wütend werden könnte, und was das mit sich bringen könnte, das möchte wirklich keine(r) wissen.

Wenn der US-Präsident es befiehlt, dann geben wir sogar unser ganzes Geld für Militärgedöns aus, auch wenn wir das Zeugs überhaupt nicht brauchen (apropos: Wer noch nicht weiß, was er vom 30. März bis 3. April mit seiner Zeit anfangen soll, der kann sich ab sofort - Full Metal Yuriko sei Dank! - für das Spring Army Boot Camp bei der Lëtzebuerger Arméi anmelden, und NEIN: Boot hat leider nichts mit booty zu tun, und ein richtig toller Spring Break wie in Florida oder Cancun ist es auch nicht).

Und da das mit Venezuela so problemlos geklappt hat, dürften die nächsten US-Einverleibungen nur noch eine Frage der Zeit sein: Kanada, Panama, Somaliland … der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, Hauptsache es gibt Öl oder sonst was, was Profit verspricht. Wer soll es Putin da verdenken, wenn er sich die Ukraine nimmt.

Auf dem Trump'schen Menü steht aber erst mal Grönland: "Wir brauchen Grönland für unsere nationale Sicherheit. Wir müssen es haben!" Sogar ein Militäreinsatz ist nicht auszuschließen, auch wenn US-Außenminister Marco Rubio beschwichtigt, und das Land notfalls auch kaufen will.

Und in so einem Moment, wo die ganze Welt den Bach runtergeht (by the way: eine gute Gelegenheit, sich mal wieder eine Bachkantate reinzuziehen), ploppt dann zu allem Übel auch noch die Hiobsbotschaft auf unserem Laptop auf, dass KPL-Legende Ali Ruckert, der Peppone der einheimischen Politwelt, nach über 20 Jahren an der Spitze der Luxemburger Kommunist*innen nicht mehr als Präsident antreten will.

Das könnte möglicherweise ein Comeback Jean-Claude Junckers mit sich bringen, der sich ja in der Öffentlichkeit des Öfteren selbst gerne mal als letzten Kommunisten bezeichnet. Wetten, dass die KPL dann auch wieder in die Abgeordnetenkammer einziehen würde.

Im Wort führte die Ankündigung Ruckerts, als Parteipräsident aufhören und in den nächsten Monaten nach einem geeigneten Nachfolger*in suchen zu wollen, übrigens zur reißerischen Schlagzeile "Ali Ruckert tritt als KPL-Präsident zurück", aber wahrscheinlich wollte die verantwortliche Redakteurin "tritt nicht mehr an" schreiben, und hat sich einfach nur vertippt.

In selbiger Ausgabe blickte die gleiche Politjournalistin dann auch noch auf zwei Jahre Sicherheitspolitik zurück, und erwähnte in diesem Zusammenhang, im Abschnitt über mehr Personal für die Polizei, auch "das Prinzip der '4P': mehr Personal, mehr Präsenz, mehr Nähe und mehr Prävention".

Hm … 4P!? Personal, Präsenz, Prävention, Nähe … Ein klarer Fall für die drei???

Ja sind die im Wort denn alle ballaballa!?

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