Noch weit vom Kreislaufgedanken entfernt

Von Christian BlockLex Kleren

Reparieren statt wegwerfen: Durch ein geschärftes Umweltbewusstsein und Initiativen wie Repair-Cafés findet dieses Prinzip immer mehr Anhänger*innen. Auch die Politik setzt Impulse und nimmt Hersteller stärker in die Pflicht -wenn auch nur langsam und nicht immer in aller Konsequenz. Eine Bestandsaufnahme.

Der Föhn funktioniert nicht mehr, die Waschmaschine gibt komische Geräusche von sich und der Handyakku war auch schon mal leistungsfähiger. Die Garantie ist abgelaufen oder kann nicht geltend gemacht werden? Was wäre da naheliegender, als sein Haushaltsgerät reparieren zu lassen oder den Akku selber zu wechseln? Verbraucher*innen wissen, dass das in der Praxis nicht immer möglich oder preislich attraktiv ist. Aus ganz verschiedenen Gründen. Doch es bewegt sich was.

Seit März dieses Jahres müssen Hersteller von neu auf den EU-Markt gebrachten Kühlschränken, Spülmaschinen, Waschmaschinen, Bildschirmen, Fernsehern oder Beleuchtungsmitteln für die Verfügbarkeit von bestimmten Ersatzteilen für bis zu zehn Jahre einstehen. Nicht nur das: Die Produkte müssen auch so entworfen sein, dass Bauteile mit herkömmlichen Werkzeugen auseinandergenommen werden können und Reparaturanweisungen mitgeliefert werden. Die maximale Lieferfrist für Ersatzteile ist auf 15 Tage ab Bestellung festgelegt. Die Anpassungen an der sogenannten Ökodesign-Richtlinie sollen die Lebensdauer von Produkten verlängern. Der Ressourceneinsatz für Herstellung und Transport soll sich so länger lohnen.

Es ist ein Schritt, dem in Zukunft weitere folgen könnten. Das EU-Parlament hatte die EU-Kommission in einer Entschließung im November 2020 dazu aufgefordert, Konsument*innen ein Recht auf Reparatur einzuräumen. Im Februar dieses Jahres legte das Parlament ein Paket nach. Insbesondere bei Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik sollten die Hersteller die Lebensdauer ihrer Produkte verbessern oder sollten Handys so entworfen werden, dass Akkus oder gar die Kamera einfach ersetzt werden können. Das Parlament warb ebenfalls für einen digitalen Produktpass, der Verbraucher*innen über die Lebensdauer und Reparierbarkeit informiert. Bekräftigt wurde die Forderung nach einheitlichen Ladekabeln. Die müssten dann in Zukunft nicht mehr unbedingt bei jedem Produkt enthalten sein – auch das würde das Elektroschrottaufkommen reduzieren.

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